Wer als Grenzgänger zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie kurzzeitig vom Heimatort aus im Homeoffice arbeitet, muss sich zunächst keine Sorgen über zusätzlich anfallende Sozialversicherungsbeiträge machen. Für Personen, die vorübergehend - ganz oder teilweise - für bis zu 24 Monate ihre Tätigkeit von zu Hause aus ausüben, ergeben sich laut der Internetseite der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland (DVKA) keine Änderungen hinsichtlich des anwendbaren Sozialversicherungsrechts.

A1-Antrag nur bei ausdrücklicher Anforderung

Wenn ein in Deutschland beschäftigter Mitarbeiter vorübergehend ganz oder teilweise im Homeoffice jenseits der Grenze arbeitet, gilt demnach weiterhin deutsches Sozialversicherungsrecht. Es wird empfohlen, einen Antrag auf eine A1-Bescheinigung nur dann zu stellen, wenn dies von einer zuständigen Stelle eines anderen Mitgliedstaats im Einzelfall als Nachweis ausdrücklich gefordert wird. 

Hintergrund für die Regelung ist laut DVKA, dass die Beschäftigung im Wohnmitgliedstaat mit dem Direktionsrecht des Arbeitgebers vereinbar ist (Artikel 12 Abs. 1 VO (EG) 883/2004). Als vorübergehende Tätigkeit gilt ein Zeitrahmen von 24 Monaten. 

Keine Änderung bei Mehrstaaten-Beschäftigung

Für Personen, die unabhängig von der aktuellen Situation auch ansonsten gewöhnlich in mehreren Staaten erwerbstätig sind und für die das anwendbare Recht nach Artikel 13 VO (EG) Nr. 883/2004 festgelegt wurde, ergeben sich laut der DVKA bis mindestens 30. Juni 2021 durch eine vorübergehend andere Verteilung der Arbeitszeit keine Änderungen hinsichtlich des anwendbaren Sozialversicherungsrechts. Dies gilt selbst dann, wenn beispielsweise die Tätigkeit vorübergehend ausschließlich zu Hause ausgeübt wird. Ausgestellte A1-Bescheinigungen bleiben auch für diese Zeit gültig.

Diese Regelungen gelten auch im umgekehrten Fall, wenn also Grenzgänger in Deutschland wohnen und für ihren ausländischen Arbeitgeber kurzfristig von zu Hause aus arbeiten.

Vorgehen bei unterbrochenen Entsendungen

Wird eine Entsendung ins Ausland wegen der Coronavirus-Pandemie für kurze Zeit unterbrochen, müssen Arbeitgeber keine Änderungen bei den Nachweisen zum anwendbaren Sozialversicherungsrecht vornehmen. Bereits ausgestellte A1-Bescheinigungen bleiben weiter gültig.

Dies gilt laut DVKA für alle Unterbrechungen, die nicht länger als zwei Monate dauern und das Ende der Entsendung nicht nach hinten verschieben.

Handelt es sich um eine Entsendung in einen Staat, mit dem Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen geschlossen hat, kann für diese Regelung auch ein längerer Zeitraum gelten. Dies entnehmen Arbeitgeber dem jeweiligen Merkblatt der DVKA "Arbeiten in… "

Meldung bei längerem Aufschub oder Abbruch

Verschiebt sich durch die Unterbrechung das Ende des Auslandseinsatzes nach hinten, müssen Arbeitgeber eine neue Entsendebescheinigung beantragen.

Wird der Auslandseinsatz abgebrochen, müssen Arbeitgeber dies dem Sozialversicherungsträger melden, der die Bescheinigung ausgestellt hat.
Diese Regelungen gelten auch für Arbeitnehmer, für die eine Ausnahmevereinbarung getroffen wurde.