In der aktuellen "Kurzarbeitergeldzugangsverordnung" (KugZuV), die am 14. September 2022 vom Bundeskabinett beschlossen wurde, wurden die Zugangserleichterungen zum Kurzarbeitergeld weiter verlängert und zum Teil angepasst. Diese Regelungen gelten (weiterhin) vom 1. Oktober 2022 bis zum 31. Dezember 2022:

Mindestens 10 Prozent vom Arbeitsausfall betroffen

Wenn wegen schwieriger wirtschaftlicher Entwicklungen Aufträge ausbleiben, kann ein Betrieb Kurzarbeit anmelden. Die Voraussetzung ist, dass mindestens zehn Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von über zehn Prozent haben.

Negative Arbeitszeitsalden nicht nötig

Bevor das Kurzarbeitergeld gezahlt wird, musste der Betrieb bisher alle Vereinbarungen zu Arbeitszeitschwankungen ausnutzen, um Kurzarbeit zu vermeiden. Dazu gehörte auch, dass Arbeitszeitkonten ins Minus gefahren werden. Durch die Erleichterungen kann auf den Aufbau von negativen Arbeitszeitsalden vor Zahlung des Kurzarbeitergeldes verzichtet werden.

KUG auch in Leiharbeit

Seit dem 30. September 2022 können auch wieder Leiharbeitnehmer Kurzarbeitergeld erhalten.

Höhe des Kurzarbeitergelds

Arbeitnehmer bekommen Kurzarbeitergeld in Höhe von 60 Prozent ihres Entgelts. Beschäftigte mit Kindern erhalten 67 Prozent.

Bezugsdauer

Die Höchstbezugsdauer für Kurzarbeitergeld zwölf Monate.

Nebenjobs und geringfügige Beschäftigungen

Ob Neben- und Minijobs auf das Kurzarbeitergeld angerechnet werden, hängt davon ab, ob die Jobs während der Kurzarbeit aufgenommen wurden oder schon vorher bestanden.

  • Bestand die Nebentätigkeit schon vor Beginn der Kurzarbeit, hat sie keine Auswirkungen auf die Höhe des Kurzarbeitergeldes und  wird nicht angerechnet.
  • Sucht sich ein Arbeitnehmer während des Bezugs von Kurzarbeitergeld einen Nebenjob, wird das Entgelt auf das Kurzarbeitergeld angerechnet. Denn in diesem Fall liegt eine Erhöhung des tatsächlichen erzielten Entgelts vor.
  • Auch Minijobs werden seit dem 1. Juli 2022 wieder vollständig angerechnet, wenn der Minijob während der Kurzarbeit aufgenommen wurde.

Erstattung SV-Beiträge

Die Sozialversicherungsbeiträge werden seit dem 1. April 2022 nicht mehr erstattet und müssen vom Arbeitgeber abgeführt werden.

Weitere Informationen

Alle wichtigen Informationen, Erklärungen und Antragsmöglichkeiten finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS).

Die Bundesagentur für Arbeit hat einen umfangreichen Frage-Antwort-Katalog für Arbeitgeber zusammengestellt. 

Bera­tungs­blatt Corona-Pandemie - Auswir­kungen auf die Sozi­al­ver­si­che­rung

In diesem Beratungsblatt erfahren Sie alle wichtigen Änderungen aufgrund der Corona-Pandemie zu den Themen Kurzarbeitergeld, kurzfristige Beschäftigung und geringfügige Beschäftigung, Werkstudenten, Stundung und Altersteilzeit.

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