Mit der Vierten Verordnung zur Änderung der Kurzarbeitergeldverordnung wurden die Erleichterungen beim Zugang zum Kurzarbeitergeld, die bisher auf Betriebe begrenzt waren, die die Kurzarbeit bis zum 30. September 2021 eingeführt haben, auf alle Betriebe unabhängig vom Zeitpunkt der Einführung der Kurzarbeit ausgeweitet. Außerdem wurde die volle Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge bis zum 31. Dezember 2021 verlängert.

Nun wurde die Kurzarbeitergeldverlängerungsverordnung (KugverlV) vom Bundeskabinett beschlossen, die die erleichterten Zugangsbedingungen zum Kurzarbeitergeld bis zum Ende März 2022 verlängert. Bis zum 31. März 2022 gilt demnach weiterhin:

Mindestens 10 Prozent vom Arbeitsausfall betroffen

Wenn wegen schwieriger wirtschaftlicher Entwicklungen Aufträge ausbleiben, kann ein Betrieb Kurzarbeit anmelden. Die Voraussetzung ist, dass mindestens 10 Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sein könnten.

Negative Arbeitszeitsalden nicht nötig

Bevor das Kurzarbeitergeld gezahlt wird, musste der Betrieb bisher alle Vereinbarungen zu Arbeitszeitschwankungen ausnutzen, um Kurzarbeit zu vermeiden. Dazu gehörte auch, dass Arbeitszeitkonten ins Minus gefahren werden. Durch die Erleichterungen kann auf den Aufbau von negativen Arbeitszeitsalden vor Zahlung des Kurzarbeitergeldes vollständig oder teilweise verzichtet werden.

Erhöhtes KUG weiterhin befristet auf 2021

Die Erhöhung des KUG wird dagegen nicht verlängert: Arbeitnehmer bekommen ab dem vierten Monat des Bezugs Kurzarbeitergeld in Höhe von 70 Prozent ihres Entgelts. Beschäftigte mit Kindern erhalten 77 Prozent . Ab dem siebten Monat des KUG-Bezugs erhöht sich der Satz auf 80 bzw. 87 Prozent. Diese Regelung gilt weiterhin befristet bis zum 31. Dezember 2021.

Bezugsdauer

Die maximale Bezugsdauer liegt bei 24 Monaten.

Leiharbeitnehmer

Leiharbeitnehmer können ebenfalls Kurzarbeitergeld beziehen, wenn ihr Verleiher Kurzarbeit einführt.

Neu: Erstattung SV-Beiträge ab 2022 anders geregelt

Die Sozialversicherungsbeiträge werden während der Kurzarbeit bis 31. Dezember 2021 vollständig erstattet. Ab dem 1. Januar 2022 bis zum 31. März 2022 werden nur noch 50 Prozent von der Bundesagentur für Arbeit (BA) erstattet. "Die anderen 50 Prozent können Arbeitgeber für Beschäftigte erhalten, die während der Kurzarbeit eine Weiterbildung besuchen", so die Bundesregierung auf ihrer Seite.

Weitere Informationen

Alle wichtigen Informationen, Erklärungen und Antragsmöglichkeiten finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit.