Für 2021 gilt rückwirkend ab dem 5. Januar 2021: 

Eltern, die gesetzlich mit Anspruch auf Krankengeld versichert sind und ihre Kinder wegen einer Erkrankung oder wegen der Corona-Pandemie zuhause betreuen müssen, können 30 Tage Kinderkrankengeld pro Kind und Elternteil wahrnehmen. Bei mehreren Kindern haben sie insgesamt Anspruch auf 65 Tage pro Elternteil. Auch für Alleinerziehende erhöht sich der Anspruch: Sie können 60 Tage pro Kind in Anspruch nehmen, insgesamt (bei mehreren Kindern) 130 Tage.

Die Voraussetzungen

Arbeitnehmer können Kinderkrankengeld beantragen, wenn 

  • das Kind erkrankt ist und zuhause betreut werden muss oder
  • wenn die Kinderbetreuungseinrichtungen (Kita, Hort oder ähnliches), Schulen oder Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen geschlossen wurden oder
  • wenn für die Klasse oder Gruppe ein Betretungsverbot ausgesprochen wurde (auch aufgrund einer Absonderung) oder
  • wenn Schul- oder Betriebsferien angeordnet oder verlängert wurden oder
  • wenn die Präsenzpflicht in einer Schule aufgehoben oder der Zugang zum Kinder-Betreuungsangebot eingeschränkt wurde oder
  • wenn von der zuständigen Behörde empfohlen wird, vom Besuch des Kindes in einer der genannten Einrichtungen abzusehen.

Weitere Voraussetzungen:

  • Die Elternteile sind gesetzlich versichert und berufstätig und haben selbst Anspruch auf Krankengeld.
  • Das Kind ist gesetzlich versichert und jünger als 12 Jahre oder hat eine Behinderung und ist auf Betreuung angewiesen.
  • Im Haushalt gibt es niemanden, der das Kind anstelle des Arbeitnehmers betreuen kann.

Übrigens besteht das Anrecht auf Kinderkrankengeld auch, wenn die betroffenen Eltern im Homeoffice arbeiten könnten.

Übertragen der Anspruchstage nur mit Zustimmung des Arbeitgebers

Hat ein Elternteil seinen Anspruch auf Kinderkrankengeldtage bereits erschöpft, kann der andere Elternteil weitere Tage auf ihn übertragen - vorausgesetzt, der Arbeitgeber, der den Elternteil dann freistellen muss, ist damit einverstanden.

Schule/Kita geschlossen: meist keine Nachweise erforderlich

Damit Eltern das erweiterte Kinderkrankengeld möglichst unkompliziert erhalten können, müssen sie meist nur einen Antrag bei der Krankenkasse einreichen. Häufig wird auf weitere Nachweise wie Bescheinigungen von Kita oder Schule verzichtet. Den TK-Antrag finden Ihre Arbeitnehmer im Privatkundenportal der TK .

Wichtig: Ist die Betreuung jedoch erforderlich, weil das Kind erkrankt ist, müssen Eltern nach wie vor die Bescheinigung des Arztes einreichen.

Weitere Informationen

Hier finden Sie weitere Informationen:

  • Fragen und Antworten  für Arbeitgeber zum Kinderkrankengeld
  • Umfangreiche Informationen zum Kinderkrankengeld in Bezug auf die Lohnsteuer, Arbeitsrecht und die Sozialversicherung  finden Sie bei TK-Lex.
  • Informationen für Eltern stellt die Bundesregierung in einem FAQ-Katalog zur Verfügung.
  • Auch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) bietet Antworten auf die gängigsten Fragen.