Wenn gesetzlich krankenversicherte Eltern ihre Kinder zuhause betreuen müssen, weil diese zum Beispiel wegen einer Quarantäne nicht in die Schule oder Kita gehen können, können sie aktuell noch bis zum 23. September 2022 Kinderkrankengeld beantragen - auch wenn die Kinder nicht erkrankt sind.

Diese Regelung soll über den 23. September 2022 hinaus verlängert werden und bis zum 7. April 2023 gelten. Jeder Elternteil, der gesetzlich versichert ist, hat dann Anspruch auf maximal 30 Arbeitstage Kinderkrankengeld pro Kind, bei mehreren Kindern auf insgesamt maximal 65 Tage. Alleinerziehende können maximal 60 Arbeitstage pro Kind geltend machen und bei mehreren Kindern insgesamt maximal 130 Tage.

Der Gesetzentwurf wurde am 8. September 2022 vom Bundestag beschlossen und muss jetzt noch den Bundesrat passieren.

Die Voraussetzungen

Arbeitnehmer können Kinderkrankengeld beantragen, wenn 

  • das Kind erkrankt ist und zuhause betreut werden muss oder
  • wenn die Kinderbetreuungseinrichtungen (Kita, Hort oder ähnliches), Schulen oder Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen geschlossen wurden oder
  • wenn für die Klasse oder Gruppe ein Betretungsverbot ausgesprochen wurde (auch aufgrund einer Absonderung) oder
  • wenn Schul- oder Betriebsferien angeordnet oder verlängert wurden oder
  • wenn die Präsenzpflicht in einer Schule aufgehoben oder der Zugang zum Kinder-Betreuungsangebot eingeschränkt wurde oder
  • wenn von der zuständigen Behörde empfohlen wird, vom Besuch des Kindes in einer der genannten Einrichtungen abzusehen.

Weitere Voraussetzungen:

  • Die Elternteile sind gesetzlich versichert und berufstätig und haben selbst Anspruch auf Krankengeld.
  • Das Kind ist gesetzlich versichert und jünger als 12 Jahre oder hat eine Behinderung und ist auf Betreuung angewiesen.
  • Im Haushalt gibt es niemanden, der das Kind anstelle des Arbeitnehmers betreuen kann.

Übrigens besteht das Anrecht auf Kinderkrankengeld auch, wenn die betroffenen Eltern im Homeoffice arbeiten könnten.

Übertragen der Anspruchstage nur mit Zustimmung des Arbeitgebers

Hat ein Elternteil seinen Anspruch auf Kinderkrankengeldtage bereits erschöpft, kann der andere Elternteil weitere Tage auf ihn übertragen - vorausgesetzt, der Arbeitgeber, der den Elternteil dann freistellen muss, ist damit einverstanden.

Antrag stellen

Damit Eltern das erweiterte Kinderkrankengeld möglichst unkompliziert erhalten können, müssen sie meist nur einen Antrag bei der Krankenkasse einreichen. Den TK-Antrag finden Ihre Arbeitnehmer im Privatkundenportal der TK .

Wichtig: Ist die Betreuung jedoch erforderlich, weil das Kind erkrankt ist, müssen Eltern nach wie vor die Bescheinigung des Arztes einreichen.

Weitere Informationen

Hier finden Sie weitere Informationen:

  • Fragen und Antworten  für Arbeitgeber zum Kinderkrankengeld
  • Umfangreiche Informationen zum Kinderkrankengeld in Bezug auf die Lohnsteuer, Arbeitsrecht und die Sozialversicherung  finden Sie bei TK-Lex.
  • Informationen zum Kinderkrankengeld und zu Kinderkrankentagen samt dem erweiterten Anspruch wegen der Corona-Pandemie stellt das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) als Frage-Antwort-Katalog zur Verfügung.
  • Auch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) bietet Antworten auf die gängigsten Fragen.