Das IAB hat sich in seiner Studie "Homeoffice in Zeiten von Corona - Nutzung, Hindernisse und Zukunftswünsche" mit der Nutzung und dem Arbeiten nach der Pandemie beschäftigt.

Schon vor Beginn der Corona-Pandemie ging der Trend hin zum Homeoffice. Durch das Corona-Virus wurde dieser Trend noch beschleunigt. 81 Prozent der Beschäftigten, die die Möglichkeit dazu hatten, arbeiteten ganz oder teilweise von zuhause aus.

Die meisten Befragten sind mit dem Umfang der Homeoffice-Nutzung zufrieden. Knapp zwei Drittel beschreiben das Arbeiten von zuhause aus als hilfreich oder nicht belastend. Dabei empfinden es diejenigen häufiger als hilfreich, die auch schon vorher zuhause gearbeitet haben. Die meisten Beschäftigten gaben sogar an, effizienter im Homeoffice zu arbeiten als vor der Pandemie.

Technische Hürden mussten kurzfristig abgebaut werden, das gelang laut Befragung nicht immer. Andere Schwierigkeiten in der Heimarbeit wurden schneller und besser bewältigt: Dazu gehört die bisherige Präsenzkultur in den Unternehmen, das Herstellen einer Work-Life-Balance und das Zusammenarbeiten mit Kollegen auf Distanz.

Ungefähr zwei Drittel der befragten Homeoffice-Nutzer hat zuhause einen festen Arbeitsplatz. Das bedeutet, das restliche Drittel arbeitet an improvisierten Arbeitsplätzen wie z.B. am Küchentisch.

Wie soll es nach der Pandemie weitergehen?

Neben den Vorteilen des Homeoffice werden auch Risiken genannt. Dazu gehören zum Beispiel lange Arbeitszeiten und Überstunden. Der Kontakt zu Vorgesetzten und Kollegen kann leiden, Homeoffice-Nutzer könnten sich sozial isoliert fühlen. Laut Studie gibt es auch Hinweise dafür, dass sich die überwiegende Nutzung von Homeoffice nachteilig auf Karrierechancen auswirken kann.

Daher ermittelte die Studie, wie es für die Befragten nach der Corona-Pandemie in Bezug auf Homeoffice vs. Präsenz im Unternehmen weitergehen könnte: Die Mehrheit kann sich einen flexiblen oder regelmäßigen Homeoffice-Büro-Mix vorstellen. Die wenigsten (7 Prozent) wünschen sich eine komplette Rückkehr zum Präsenzbetrieb. 

Das kann auch aus Sicht der Unternehmen Vorteile bieten: Neben effizienterem Arbeiten und einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit bzw. geringeren Fluktuation könnten sie auch von verkleinerten Büroflächen profitieren und so Kosten einsparen. 

Dazu die Ergebnisse der Betriebsbefragung "Betriebe in der Covid-19-Krise" des IAB: Der Großteil der Unternehmen (67 Prozent), die auch schon vor der Pandemie Homeoffice angeboten haben, möchte wieder zurück zu den bisherigen Regelungen. 18 Prozent wollen den Umfang der Homeoffice-Möglichkeiten jedoch ausbauen. Darunter finden sich vor allem größere Betriebe mit mehr als 250 Mitarbeitern.