Um Arztpraxen und Patienten zu entlasten, wurde zu Beginn der Corona-Pandemie eine Sonderregelung eingeführt: Ärzte konnten Patienten, die an leichten Erkrankungen der oberen Atemwege leiden, nach telefonischer Rücksprache krankschreiben. Diese Regelung wurde mehrfach verlängert und lief zum 31. Mai 2022 aus. 

Telefonische AU bis November 2022

Nun wurde sie wieder eingeführt: Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am 4. August 2022 aufgrund der Corona-Infektionszahlen beschlossen. Die Sonderregelung gilt befristet bis zum 30. November 2022.

Ärzte können ihre Patienten seit dem 4. August 2022 wieder telefonisch für die Dauer von bis zu sieben Tagen krankschreiben. Die Arbeitsunfähigkeit kann einmalig um bis zu sieben Kalendertage verlängert werden. 

Die Entscheidung, ob die Arbeitsunfähigkeit telefonisch bescheinigt werden kann, trifft der Arzt. Die KBV weist darauf hin, dass Ärzte die Sonderregelung eher bei bereits bekannten Patienten nutzen sollten. Auch sollten sie berücksichtigen, dass die aktuellen Infektionen häufig mild oder symptomlos verliefen. Die häusliche Isolation sei eher infektionsrechtlich begründet, daher sollten sich Patienten an die Gesundheitsämter wenden.

Telefonische AU dauerhaft möglich?

Die Befristung der Sonderregelung bis Ende November 2022 hat einen Grund: Bis dahin soll feststehen, ob telefonische Krankschreibungen unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne Corona möglich sein sollen. Bisher ist dies nur im Rahmen einer Videosprechstunde möglich.

AU per Videosprechstunde

Unabhängig von der Coronapandemie können Versicherte ihre Krankschreibung auch per Videosprechstunde erhalten. Dies gilt, sofern für die Feststellung der Erkrankung keine persönliche körperliche Untersuchung durch den Arzt nötig ist.

War der Patient der Arztpraxis bisher unbekannt, kann er für bis zu drei Kalendertage krankgeschrieben werden. Wurde die erkrankte Person in der Arztpraxis schon als Patient geführt, ist eine Krankschreibung von bis zu sieben Kalendertagen möglich.

Folgekrankschreibungen per Video gibt es nur, wenn die vorherige Krankschreibung auf einer persönlichen Untersuchung basierte.