Die Umfrageergebnisse der weltweiten Studie im Auftrag der SAP Concur zeichnen ein durchaus gemischtes Bild. Neben der Zuversicht angesichts gelockerter Reisebeschränkungen haben Arbeitnehmer weltweit starke Vorbehalte, wieder beruflich zu reisen. In Deutschland stehen 38 Prozent der Geschäftsreisenden ihrem nächsten Business-Trip besorgt gegenüber, weitere 12 Prozent sind sogar ängstlich. 30 Prozent der Befragten hingegen freuen sich auf ihre nächste Geschäftsreise.

Gesundheit und Sicherheit auf Reisen wichtiger als je zuvor

Vor allem die Angst, sich auf einer Geschäftsreise selbst und nach der Rückkehr die Familie mit Covid-19 anzustecken, ist unter den meisten Geschäftsreisenden groß. 

Der Hauptteil der Befragten gab an, dass sie im "New Normal" Angst haben, nicht zu wissen, ob andere um sie herum infiziert sind. Für insgesamt knapp ein Drittel der Reisenden stehen folglich die eigene Gesundheit und Sicherheit an erster Stelle. 

Entsprechend, so die Forderung der Geschäftsreisenden, müsse die Notwendigkeit einer Reisetätigkeit von Arbeitgeberseite stärker hinterfragt werden als bisher. Zweck und Risiko müssten abgewogen werden. Die Hälfte der Befragten wollen, dass Unternehmen Business-Trips auf jene Reisen beschränken, die "geschäftskritisch", also zwingend erforderlich sind.

Sicherheitsmaßnahmen und Eigenverantwortung

Um die eigene Gesundheit und Sicherheit zu gewährleisten, gehören für die Hälfte der Befragten sowohl die Verwendung von Desinfektionsmitteln als auch das Tragen von Masken zur neuen Normalität. Auch die gängigen Sicherheitsmaßnahmen wie der Mindestabstand zu Mitreisenden und die Begrüßung ohne Handschlag halten deutsche Geschäftsreisende in Zukunft für selbstverständlich.

Pandemie offenbart Handlungsbedarf im Travel Management

Überraschend ist die Antwort darauf, wen Geschäftsreisende momentan in der Pflicht dafür sehen, dass sie sicher und gesund wieder nach Hause kommen. Knapp die Hälfte der Befragten sieht die Verantwortung für die eigene Gesundheit und Sicherheit bei sich selbst. Nur 19 Prozent sehen hauptsächlich ihren Arbeitgeber in der Pflicht, der grundsätzlich per Gesetz dafür verantwortlich ist, die Sicherheit und leibliche Unversehrtheit der in seinem Auftrag reisenden Mitarbeiter zu garantieren.

Demgegenüber geben laut Studie die meisten Travel Manager von Unternehmen an, dass sie nicht ausreichend darauf vorbereitet waren, Reisen während der Pandemie zu organisieren. Besonders herausfordernd, so die Befragten, seien die Verarbeitung der vielen Rückerstattungen, die spontane Bereitstellung von Sicherheitsrichtlinien, die Kommunikation mit Geschäftsreisenden während einer Pandemie und die Bestimmung des Aufenthaltsortes der Reisenden gewesen.

Wichtigste Maßnahmen, die Geschäftsreisende jetzt von ihren Arbeitgebern erwarten

Mit Blick in die Zukunft gibt es also enormen Handlungsbedarf. So wünscht sich ein Großteil der Geschäftsreisenden Sicherheitsinformationen von ihrem Arbeitgeber, um während der Reise flexibel und zeitnah auf potenzielle Risiken für die eigene Gesundheit und Sicherheit reagieren zu können. 

Ebenfalls gefordert wird, dass geschäftliche Reisen nur noch auf der Agenda stehen, wenn sie absolut notwendig sind. Bessere Möglichkeiten, Reisepläne schnell umzubuchen oder zu ändern, wenn es die aktuelle Situation erfordert, sind ebenfalls erwünscht. Findet in Unternehmen kein Umdenken statt, wären Mitarbeiter sogar bereit, sich nach einer neuen Position innerhalb (11 Prozent) oder außerhalb (9 Prozent) des eigenen Unternehmens umzusehen.

"Durch die Corona-Pandemie wurden Geschäftsreisende und Travel Manager vor nie dagewesene Herausforderungen gestellt. Diese neue Normalität ist geprägt von Unsicherheiten und stetiger Veränderung. Geschäftsreisen und Geschäftsreisemanagement werden deutlich komplexer", betont Götz Reinhardt, Managing Director MEE für SAP-Concur-Lösungen.