Die wohl wichtigste Neuerung: Die A1-Bescheinigung muss ab Januar 2021 nicht mehr ausgedruckt werden. Der entsprechende Artikel im vierten Sozialgesetzbuch wurde dahingehend angepasst, dass der Arbeitgeber die Bescheinigung "der beschäftigten Person unverzüglich zugänglich macht". Bisher muss diese ausgedruckt und dem Beschäftigten ausgehändigt werden (§ 106 SGB IV).

Unabhängig davon kann es passieren, dass im Ausland trotzdem ein Ausdruck verlangt wird. Diesen sollten Arbeitnehmer also immer mit sich führen.

Beamte, Seeleute, Kabinenpersonal

Für Beamte und Beschäftigte des öffentlichen Dienstes ist ab dem nächsten Jahr ebenfalls das elektronische Antragsverfahren obligatorisch. Gleiches gilt für Mitarbeiter von Flug- und Kabinenbesatzungen mit Heimatbasis in Deutschland. Einen Online-Antrag müssen auch Seeleute auf Schiffen stellen, für die die deutschen Rechtsvorschriften gelten (Artikel 11 Abs. 4 VO (EG) 883/2004 ). Den Antrag stellt das Unternehmen oder die Person, von der das Entgelt gezahlt wird.

Antrag für Selbstständige kommt ab 2022 

Der digitale Antrag auf eine A1-Bescheinigung gilt künftig auch für Selbstständige - allerdings erst ab 2022. Die genaue Ausgestaltung der elektronischen A1-Meldepflicht müssen die Sozialversicherungsträger noch festlegen. Für Selbstständige gilt laut EU-Verordnung: Wer bis zu 24 Monate lang im Ausland eine ähnliche Tätigkeit ausübt, unterliegt weiterhin den Rechtsvorschriften des ersten Mitgliedstaats - also dem Land, in dem er gewöhnlich als Selbstständiger erwerbstätig ist (Artikel 12, Abs. 2 VO (EG) 883/2004 ). Um bei grenzüberschreitenden Einsätzen darüber einen Beleg vorlegen zu können, ist bisher nur der schriftliche Antragsweg für eine A1-Bescheinigung möglich.

Wie können Selbstständige künftig elektronisch den A1-Antrag an den Sozialversicherungsträger übermitteln? Während Arbeitgeber auf ihr systemgeprüftes Entgeltabrechnungsprogramm zurückgreifen, sollen Selbstständige künftig eine sogenannte Ausfüllhilfe nutzen. Hier steht sv.net  zur Verfügung, eine von den gesetzlichen Krankenkassen eingerichtete Anwendung zur Abgabe von Meldungen. Sie ermöglicht den sicheren Datenaustausch mit der Sozialversicherung. Nutzer registrieren sich einmalig mit ihrer Betriebsnummer, die sie bei der Bundesagentur für Arbeit erhalten. 

Mehrstaaten-Bescheinigung jetzt auch per Online-Antrag

Schluss mit Papier - das gilt ab 2021 nicht nur für immer mehr Personenkreise, sondern auch für einzelne Sonderformulare, die bisher noch postalisch an die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland (DVKA) übermittelt wurden. So kann die Feststellung der sogenannten gewöhnlichen Erwerbstätigkeit in mehreren Mitgliedstaaten künftig auch vom Arbeitgeber elektronisch beantragt werden. Das Gleiche gilt für Ausnahmevereinbarungen.