Bisher wurde lediglich ein Teilverfahren umgesetzt, nämlich "GML57" zur Anforderung der gesonderten Meldung nach § 194 SGB IV (DEÜV-Meldung mit Abgabegrund 57). Diese gesonderte Meldung erfolgt für Mitarbeiter, bei denen der Renteneintritt bevorsteht. Das Verfahren GML57 war bis zum 30. Juni 2021 für die Arbeitgeber optional und setzte voraus, dass sich die Arbeitgeber bei der Datenstelle der Rentenversicherungsträger (DSRV) registriert hatten.

Seit dem 1. Juli 2021 wurde GML57 zum Pflichtverfahren, eine Verfahrens-Registrierung ist nicht mehr erforderlich. Arbeitgeber müssen mindestens einmal wöchentlich prüfen, ob die DSRV Meldungen anfordert. In der Regel übernehmen die Entgeltabrechnungsprogramme diese Prüfung. 

Ab Januar 2022: Entgeltabfrage für Zuzahlungsbefreiungen

Ab dem 1. Januar 2022 wird die Deutsche Rentenversicherung im Rahmen von rvBEA auch Bescheinigungen anfragen. Zunächst handelt es sich um das Bescheinigungsverfahren "ZUZA". ZUZA steht für "Befreiung von Zuzahlung in Hinblick auf den Erhalt von Rehabilitationsmaßnahmen". 

Ein Arbeitnehmer, der eine gewisse Einkommensgrenze unterschreitet, kann von der Zuzahlung in Bezug auf Rehabilitationsleistungen ganz oder teilweise befreit werden. Die Zuzahlungsbefreiung wird durch die Rentenversicherung geprüft, wenn der Betroffene einwilligt: Dann werden bereits abgerechnete Entgeltwerte elektronisch angefordert und vom Arbeitgeber elektronisch zurückgemeldet. 

Weiteres Teilverfahren ab Juli 2022: rvBEA-BEEG

Außerdem wird ein weiteres Teilverfahren ab 1. Juli 2022 für alle Arbeitgeber obligatorisch: "rvBEA-BEEG" (ehemals "ELFE"). rvBEA-BEEG bedeutet: "Bescheinigung zum Antrag auf Elterngeld". 

Dieses Teilverfahren soll Eltern den Elterngeldantrag erleichtern. Ab dem 1. Juli 2022 fragen die Rentenversicherungsträger im Auftrag der Behörden, die für das Elterngeld zuständig sind, die erforderlichen Entgeltbescheinigungsdaten beim Arbeitgeber elektronisch ab. Die erhobenen Daten übermitteln sie anschließend an die entsprechende Behörde.