Bei geringfügigen Beschäftigungen fungiert die Minijobzentrale nicht nur als zuständige Einzugsstelle, sondern auch als Steuerbehörde: Sie ist für das Erheben und das Einziehen der einheitlichen Pauschsteuer zuständig. 

Damit sie bei Unstimmigkeiten Prüfhinweise an die Finanzverwaltung übermitteln kann, hat der Rechnungsprüfungsausschuss des Deutschen Bundestags beschlossen, die Entgeltmeldungen für geringfügig entlohnte Beschäftigte zu ergänzen: Zukünftig muss auch die Art der Besteuerung angegeben werden. 

Die Erweiterung der Meldepflicht wurde mit dem Siebten Änderungsgesetz für das SGB IV und andere Gesetze eingeführt. Sie gilt eigentlich schon seit 2021, wird im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) aber erst zum 1. Januar 2022 umgesetzt.

Die erweiterte Meldepflicht gilt übrigens auch für Arbeitgeber von Minijobbern in privaten Haushalten. 

Neuer Datenbaustein Steuerdaten 

Der Datensatz Meldungen wird um den Datenbaustein Steuerdaten (DBST) erweitert. Diese Angaben sind ab 2022 in den Entgeltmeldungen für geringfügig Beschäftigte erforderlich: 

  • Die Steuernummer des Arbeitgebers
  • Die Identifikationsnummer nach § 139b Abgabenordung des Arbeitnehmers (Steuer-ID) 
  • Kennzeichen zur Art der Besteuerung 

Kennzeichen zur Art der Besteuerung  

Die Art der Besteuerung wird folgendermaßen gekennzeichnet:

  • "1" = einheitliche Pauschalsteuer in Höhe von zwei Prozent 
  • "0" = alle anderen Möglichkeiten der Besteuerung (pauschale Lohnsteuer in Höhe von 20 Prozent, individuelle Besteuerung nach den Lohnsteuerabzugsmerkmalen oder keine Steuern). 

Anmeldungen von der erweiterten Meldepflicht ausgenommen 

Anmeldungen sind von der erweiterten Meldepflicht ausgenommen, um den Einstellungsprozess nicht mit etwaigen Ermittlungsarbeiten zu belasten.

Checkliste für kurzfristige Beschäftigungen 

Unser Tipp: Die TK-Checkliste für kurzfristige Beschäftigte hilft Ihnen dabei, alle nötigen Angaben zusammenzustellen.