Häufig üben Beschäftigte neben ihrer Hauptbeschäftigung weitere Jobs aus. In einigen Konstellationen ist die Hauptbeschäftigung dabei nicht eindeutig zu erkennen, zum Beispiel wenn mehrere wechselnde Beschäftigungen nebeneinander ausgeübt werden. Im Gesetz ist jedoch festgelegt, dass die Mehrfachbeschäftigung gemeldet werden muss. In der Folge kommt es immer wieder zu eigentlich vermeidbarer Korrespondenz zwischen Krankenkassen und Arbeitgebern.
 
Eine Auswertung des Bestandsprüfungsverfahrens hat gezeigt: von Januar bis Juni 2018 haben die Krankenkassen 73,5 Millionen Meldungen verarbeitet. Davon mussten 333.000 Meldungen korrigiert werden - und jede fünfte Meldung wegen einer fehlerhaften Mehrfachbeschäftigungs-Kennzeichnung.

Wegfall Kennzeichen Mehrfachbeschäftigung ab 2021 geplant

Die hohe Fehlerquote führte dazu, dass der Prozess kritisch hinterfragt wurde. Im Entwurf des 7. SGB IV-Änderungsgesetzes ist vorgesehen, das Kennzeichen zu streichen: "Im Rahmen der Auswertungen für das Bestandsprüfungsverfahren haben die Einzugsstellen im Einvernehmen mit den Rentenversicherungsträgern festgestellt, dass die Kennzeichnung einer Mehrfachbeschäftigung im Meldeverfahren nicht zur einer Qualitätsverbesserung der Meldungen führt. Die Tatbestände können auch ohne diese Kennzeichnung eindeutig festgestellt werden. Deshalb kann auf die besondere Kennzeichnung der Meldungen verzichtet werden."

Der Entwurf wurde vom Bundeskabinett am 18. Dezember 2019 beschlossen, anschließend beschäftigen sich Bundestag und Bundesrat mit dem Entwurf. Die Änderungen sollen am 1. Januar 2021 in Kraft treten.