Die Seite der Bundesregierung informiert: Mit dem Pflegeberufegesetz wird eine neue generalistische Pflegeausbildung eingeführt. Wer sie erfolgreich abschließt, kann sich Pflegefachfrau oder -mann nennen und in allen Versorgungsbereichen arbeiten: als Kranken-, Kinderkranken- oder Altenpfleger.

Für diejenigen, die sich von Anfang an auf einen Bereich spezialisieren möchten, gibt es weiterhin die gesonderten Abschlüsse im jeweiligen Pflegebereich.

Erst generalistisch, dann auf Wunsch auch spezialisiert

Und so ist die reformierte Ausbildung aufgebaut: In den ersten beiden Ausbildungsjahren werden zunächst noch gemeinsame Inhalte vermittelt. 

Ab dem dritten Jahr können sich die Azubis entweder zwischen der Kinderkranken- oder der Altenpflege entscheiden oder die generalistische Ausbildung fortführen. Wer sich zu Beginn der Ausbildung schon für eine Spezialisierung entschieden hatte, kann nach den ersten zwei Jahren noch einmal neu entscheiden.

Es ist auch möglich, die Ausbildung nach den ersten zwei Jahren zu beenden. Der Abschluss wäre dann der einer Pflegeassistenz.

Um die Ausbildung anfangen zu können, ist ein Mittlerer Schulabschluss nötig oder eine zehnjährige allgemeine Schulbildung. Sofern sie weitere Qualifikationen haben, können sich auch Hauptschüler für die Ausbildung entscheiden.

Die Ausbildungen zur Pflegefachkraft beziehungsweise zur Pflegeassistenz werden über einen gemeinsamen Ausbildungsfonds finanziert. Dadurch wird die Ausbildung kostenfrei. Hinzu kommt, dass die Azubis Anspruch auf eine angemessene Ausbildungsvergütung haben.

Ab 2020 starten die neuen Ausbildungsgänge. 

2025 wird über die Zukunft der spezialisierten Abschlüsse entschieden

Bis 2025 wertet das Gesundheits- und Familienministerium die bis dahin absolvierten Abschlüsse aus: Wenn mehr als die Hälfte den generalistischen Abschluss gewählt hat, sollen die eigenständigen Berufsabschlüsse auslaufen. Ob das so kommt oder nicht, darüber wird dann der Deutsche Bundestag entscheiden.

Außerdem legt das Gesetz die Voraussetzungen für ein neues berufsqualifizierendes Pflegestudium fest. Absolventen dieses Studiengangs sollen unmittelbar in der Pflege arbeiten können. "Pflege kann nicht jeder", so Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Es sei sinnvoll, die Ausbildungswege zu vereinheitlichen, da sich der Pflegebedarf geändert habe. In den Pflegeheimen werde immer mehr medizinische Pflege erbracht, da dort häufig chronisch oder mehrfach Erkrankte versorgt werden. In Krankenhäusern müssten zunehmend ältere, mehrfach kranke Menschen gepflegt werden.

Mehr zum Thema

Weitere Informationen, einen Info-Film sowie Fragen und Antworten zum Pflegeberufegesetz finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums.