Wer im Jahresdurchschnitt monatlich 20 oder mehr Arbeitnehmer beschäftigt, ist dazu verpflichtet, Menschen mit einer Schwerbehinderung einzustellen. Und zwar müssen mindestens fünf Prozent der Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Menschen besetzt werden. Welche Arbeitnehmer als schwerbehindert gelten, definiert das SGB IX. 

Diese Quoten sind festgelegt:

  • Arbeiten im Unternehmen im Jahresdurchschnitt monatlich mindestens 20, aber weniger als 40 Mitarbeiter, muss der Arbeitgeber einen Schwerbehinderten beschäftigen.
  • Bei mindestens 40, aber weniger als 60 Mitarbeitern ist der Arbeitgeber verpflichtet, zwei Schwerbehinderte zu beschäftigen.
  • Arbeitgeber mit mindestens 60 Mitarbeitern sind verpflichtet, Bruchteile von 0,5 und mehr aufzurunden.
  • Arbeitgeber mit weniger als 60 Beschäftigten runden Bruchteile bei der Berechnung der Quote ab.

Berechnung der Arbeitsplätze: ein Beispiel

Ein Arbeitgeber verfügt über 30 anrechnungspflichtige Arbeitsplätze. Er rechnet wie folgt: 30 Arbeitsplätze x 5 % = 1,5

Da weniger als 60 Mitarbeiter beschäftigt sind, kann er abrunden. Das Ergebnis: Ein Arbeitsplatz muss mit einem Schwerbehinderten besetzt werden.

Welche Arbeitsplätze müssen in die Berechnung einfließen?

Nach dem SGB IX spricht man von Arbeitsplätzen, wenn dort Arbeitnehmer, Beamte, Richter, Auszubildende sowie andere zu ihrer beruflichen Bildung Eingestellte (zum Beispiel Praktikanten oder Volontäre) beschäftigt sind.

Allerdings zählen Stellen von Auszubildenden bei der Berechnung nicht mit. Ebenfalls nicht als Arbeitsplätze im Sinne des SGB IX zu werten sind:

  • Stellen, die nur für die Dauer von höchstens acht Wochen besetzt sind, zum Beispiel aufgrund einer Befristung
  • Stellen, auf denen Beschäftigte mit weniger als 18 Stunden pro Woche beschäftigt sind

Wird ein schwerbehinderter Mensch jedoch auf einem Teilzeitarbeitsplatz mit weniger als 18 Wochenstunden beschäftigt, weil dies wegen der Art und Schwere der Behinderung als notwendig erscheint, muss dieser Arbeitnehmer auch auf die Pflichtarbeitsplatzquote angerechnet werden.

Ausgleichsabgabe bis 31. März 2022 überweisen

Erfüllt ein Arbeitgeber die Pflichtquote von fünf Prozent nicht, muss er für jeden unbesetzten Pflichtarbeitsplatz monatlich eine Ausgleichsabgabe zahlen. Die Ausgleichsabgabe berechnet sich wie folgt:

Bis zu 39 Mitarbeiter

125 Euro pro monatlich unbesetztem Pflichtarbeitsplatz, wenn ein Arbeitgeber mit bis zu 39 Mitarbeitern nicht mindestens einen Schwerbehinderten beschäftigt.

Bis zu 59 Mitarbeiter

220 Euro pro monatlich unbesetztem Pflichtarbeits-platz, wenn ein Arbeitgeber mehr als 39, aber nicht mehr als 59 Mitarbeiter beschäftigt und nicht mindestens zwei schwerbehinderte Beschäftigte hat. Hat im Vorjahr nur eine schwerbehinderte Person im Unternehmen gearbeitet, muss der Arbeitgeber eine Ausgleichsabgabe in Höhe von 125 Euro pro monatlich unbesetztem Pflichtarbeitsplatz abführen.

Mehr als 59 Mitarbeiter

Die Ausgleichsabgaben für Unternehmen mit mehr als 59 Beschäftigten pro monatlich unbesetztem Pflichtarbeitsplatz betragen:

Quote der schwerbehinderten Mitarbeiter

Ausgleichsabgabe für das Jahr 2021

ab 5 % der durchschnittlich monatlich Beschäftigten 

keine Abgabe

zwischen 3 % und unter 5 % der durchschnittlich monatlich Beschäftigten

140 Euro

zwischen 2 % und unter 3 % der durchschnittlich monatlich Beschäftigten

245 Euro

unter 2 % der durchschnittlich monatlich Beschäftigten

360 Euro

Muss eine Ausgleichsabgabe für 2021 gezahlt werden, müssen Arbeitgeber sie bis zum 31. März 2022 an das für den Arbeitgeber-Hauptsitz zuständige Integrationsamt überweisen.

Bis Ende März: Anzahl der schwerbehinderten Mitarbeiter für 2021 melden

Bis zum 31. März 2022 muss die Schwerbehindertenanzeige erfolgen. Um die Anzeige zu erstellen und zu versenden, können Arbeitgeber die Software IW-Elan nutzen.

Für 2021 ist müssen Arbeitgeber keine gesonderte Erklärung unterschrieben an die Agentur für Arbeit senden. Ist die Anzeige abgegeben, erzeugt die Anwendung eine Empfangsbestätigung mit einer individuellen ID-Nummer. Diese stellt einen Nachweis dar und kann in den Unterlagen abgelegt werden.