Häufig üben Beschäftigte neben ihrer Hauptbeschäftigung weitere Jobs aus. In einigen Konstellationen ist die Hauptbeschäftigung dabei nicht eindeutig zu erkennen, zum Beispiel wenn mehrere wechselnde Beschäftigungen nebeneinander ausgeübt werden. 

Im Gesetz ist festgelegt, dass die Mehrfachbeschäftigung gemeldet werden muss. Die weitere Ausgestaltung ist allerdings nicht klargestellt. 

Im Jahr 2012 formulierte die Sozialversicherung eine Konkretisierung: "Der Hinzutritt einer weiteren Beschäftigung stellt keinen meldepflichtigen Tatbestand dar, daher kann grundsätzlich nur der Arbeitgeber zur Angabe des Kennzeichens verpflichtet werden, der mit seiner Beschäftigung zur Hauptbeschäftigung hinzutritt" (Gemeinsames Rundschreiben "Meldeverfahren zur Sozialversicherung", Punkt 1.1.11).

Kennzeichnung weiterhin problematisch

In vielen Fällen mussten sich die Arbeitgeber der Hauptbeschäftigungen nun nicht mehr mit dem Kennzeichen Mehrfachbeschäftigung auseinandersetzen: Wird eine zusätzliche Beschäftigung aufgenommen, muss nur der neu hinzugetretene Arbeitgeber in der Anmeldung das Kennzeichen Mehrfachbeschäftigung setzen. 

Bleiben jedoch beide Beschäftigungen nebeneinander bestehen, sind beide Arbeitgeber dazu verpflichtet, in den zukünftigen Meldungen - zum Beispiel in den Jahresmeldungen - das Kennzeichen zu setzen. 

Ist dem Hauptarbeitgeber hingegen bekannt, dass die hinzugetretene Beschäftigung bereits geendet hat, muss er sich nicht mehr um das Kennzeichen kümmern.

Weiterhin bleiben die Fälle problematisch, in denen die Hauptbeschäftigung wegfällt und die Nebenbeschäftigung übrigbleibt. Oder in denen sich Beschäftigungen nur tageweise überschneiden.
 
Die erste Auswertung des neuen Bestandsprüfungsverfahrens hat gezeigt: von Januar bis Juni 2018 haben die Krankenkassen 73,5 Millionen Meldungen verarbeitet. Davon mussten 333.000 Meldungen korrigiert werden - und jede fünfte Meldung wegen einer fehlerhaften Mehrfachbeschäftigungs-Kennzeichnung.

Wegfall Kennzeichen Mehrfachbeschäftigung? 

Die hohe Fehlerquote führte dazu, dass der Prozess kritisch hinterfragt wird. Aktuell wird geklärt, ob das Kennzeichen Mehrfachbeschäftigung für den Rentenversicherungsträger tatsächlich notwendig ist oder ob eine Karenzzeit geschaffen werden kann. Damit ist gemeint, dass das Kennzeichen Mehrfachbeschäftigung wegfallen könnte, wenn sich zwei Beschäftigungen für eine bestimmte - kurze - Dauer überschneiden. 

Es gibt aber auch Überlegungen, das Kennzeichen Mehrfachbeschäftigung ganz wegfallen zu lassen. Der Beschluss ist voraussichtlich für den 26. Juni 2019 vorgesehen.