Eine Arbeitszeit, die auf individuelle Bedürfnisse abgestimmt ist, kann die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben erleichtern, Überlastungen vorbeugen, die Einkommenssituation verbessern und dem Arbeitskräftemangel entgegenwirken.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat daher untersucht, wie Wunsch und Realität bei den Beschäftigten in Deutschland aussehen. Und zwar in Bezug auf

  • die wöchentliche Arbeitszeit,
  • den zeitlichen Handlungsspielraum und
  • die Trennung von Arbeit und Privatleben.

Ebenso analysiert der Bericht, welche Rahmenbedingungen bei der Umsetzung helfen und welche Hinderungsgründe es gibt.

Wunscharbeitszeit: die 35-Stunden-Woche

Die Ergebnisse: Besonders bei der wöchentlichen Arbeitszeit klaffen Wunsch und Realität auseinander. Die meisten Beschäftigten würden ihre Arbeitszeit gern verkürzen (etwa 50 Prozent). Wenn sie ihre Wochenarbeitszeit selbst wählen könnten, läge sie im Schnitt bei 35 Stunden - vier Stunden unter der tatsächlichen Arbeitszeit.

Viele Beschäftigte wünschen sich eine Arbeitszeit, die ihrer vertraglich vereinbarten Wochenarbeitszeit entspricht. Das deutet darauf hin, dass sich viele die dauerhafte Verringerung von Überstunden und Mehrarbeit wünschen.

Wer seine Arbeitszeit hingegen verlängern möchte (etwa zwölf Prozent), kann eher darauf zählen, dass der Wunsch umgesetzt wird.

Beschäftigte wollen Urlaub selbst bestimmen

Auch beim zeitlichen Handlungsspielraum stimmen Wunsch und Realität in vielen Fällen nicht überein: Mehr als acht von zehn Beschäftigten möchten gern Einfluss darauf haben, wann sie freinehmen können. Auch ein selbstbestimmter Arbeitsbeginn beziehungsweise Arbeitsende sowie die Möglichkeit, ein paar Stunden freizunehmen, sind den meisten wichtig (knapp zwei Drittel). Etwa die Hälfte der Befragten möchte selbst festlegen, wann sie Pause machen. Die tatsächliche Arbeitssituation sieht jedoch bei den meisten anders aus.

Die Trennung von Privat- und Arbeitsleben ist drei Viertel der Befragten wichtig - und ebenso vielen auch möglich.

Fehlende Autonomie kann zu gesundheitlichen Beschwerden führen

Insgesamt zeigen sich deutliche Zusammenhänge zwischen Arbeitszeitdiskrepanzen und dem Wohlbefinden der Beschäftigten: Wer über seine Arbeitszeit souverän verfügen kann, schätzt seinen Gesundheitszustand positiver ein und ist weniger häufig von gesundheitlichen Beschwerden betroffen. Diese Beschäftigten sind häufiger zufrieden mit ihrer Work-Life-Balance und der Arbeit insgesamt.

Wer seine Arbeitszeit beeinflussen möchte, dies aber nicht kann, schätzt Gesundheitszustand, Work-Life-Balance und Zufriedenheit am ungünstigsten ein.

Eine gute Arbeitszeitgestaltung sollte sich an den Wünschen der Belegschaft orientieren. So kann sie dabei helfen, die vielfältigen Anforderungen im Arbeits- und Privatleben in Einklang zu bringen - besonders in Lebensphasen, in denen Familienaufgaben wie die Kinderbetreuung im Mittelpunkt stehen.

Den Bericht nachlesen

Den kompletten Bericht finden Sie auf der Seite der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.