Als Voraussetzung für die Krankschreibung per Video-Sprechstunde gilt vor allem, dass 

  • der Versicherte der behandelnden Arztpraxis bekannt ist und 
  • die Erkrankung eine Untersuchung per Video-Sprechstunde zulässt. 

Weitere Regelungen

Eine erstmalige Feststellung der Arbeitsunfähigkeit per Video-Sprechstunde ist auf einen Zeitraum von sieben Kalendertagen begrenzt. 

Eine Folgekrankschreibung über die Video-Sprechstunde ist nur möglich, wenn die vorherige Krankschreibung persönlich geschah, also aufgrund einer unmittelbaren persönlichen Untersuchung. 

Ein Anspruch der Versicherten auf Krankschreibung per Video-Sprechstunde besteht nicht.

Wer die Arztpraxis bisher noch nie persönlich aufgesucht hat, kann keine Krankschreibung per Video-Sprechstunde bekommen. Auch auf Basis eines Chats, Online-Fragebogens oder Telefonats kann keine AU ausgestellt werden. 

TK-Umfrage: Akzeptanz der Video-Sprechstunde durch Corona gestiegen

Angesichts der Corona-Pandemie wollen immer mehr Patienten ärztliche Video-Sprechstunden nutzen. Laut einer repräsentativen Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der Techniker Krankenkasse ist die Akzeptanz von Online-Sprechstunden von 35 Prozent im Dezember 2019 auf aktuell 50 Prozent gestiegen. Besonders groß ist die Zustimmung bei den Befragten, die während der Corona-Pandemie im Homeoffice gearbeitet haben. 73 Prozent von ihnen unterstützen die Möglichkeit der Behandlung per Videotelefonie. 

TK-Vorstandsvorsitzender Dr. Jens Baas: "Erstaunlicherweise ist die Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus dabei nicht das zentrale Argument." Während im Dezember 47 Prozent der Befragten durch die Nutzung digitaler Kommunikationswege Ansteckungen vermeiden wollten, gaben das in der aktuellen Umfrage 45 Prozent der Menschen an. 

Stattdessen hätten die Befragten vor allem praktische Gründe für die neue Technik angegeben. 74 Prozent der "Video-Befürworter" begründeten ihre Präferenz für Online-Sprechstunden damit, dass sie Zeit sparen wollen. Zu wenige Fachärzte in erreichbarer Nähe waren hingegen nur für jeden Vierten ein Grund für eine Video-Sprechstunde. 

Inkrafttreten der angepassten Arbeitsunfähigkeitsrichtlinie

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat dazu eine entsprechende Anpassung der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie beschlossen. Der Beschluss wird dem Bundesministerium für Gesundheit vorgelegt und tritt nach Nichtbeanstandung und Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.