Eine Beschäftigte war in einem Unternehmen tätig, das eine betriebliche Altersversorgung (bAV) nach den Regeln einer Unterstützungskasse anbot. Demnach müssen Beschäftigte, die Leistungen in Anspruch nehmen wollen, zum Beschäftigungsstart unter 55 Jahre alt sein. 

Die Beschäftigte war damit nicht einverstanden und klagte - ohne Erfolg. Auch die Revision vor dem Bundesarbeitsgericht wurde abgewiesen. Nach Ansicht der Richter ist die Altersgrenze keine Altersdiskriminierung nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (§ 7 Abs. 1 AGG). Stattdessen ist sie nach § 10 AGG sogar gerechtfertigt, denn mit ihr werde ein legitimes Ziel verfolgt, sie sei angemessen und erforderlich, so das BAG in einer Pressemitteilung.

Auch keine Benachteiligung von Frauen

Es liege außerdem auch keine Benachteiligung von Frauen wegen ihres Geschlechts vor. Der durch eine Altersgrenze betroffene Teil eines Erwerbslebens dürfe nicht unangemessen lang sein, so das BAG in seiner Begründung. Frauen kommen auf durchschnittlich 36,5 und Männer auf 41,6 Versicherungsjahre. Der Unterschied sei nicht so groß, dass Frauen durch die Auswirkungen der Altersgrenze unangemessen benachteiligt seien.