Ein Arbeitnehmer, der zusammen mit seiner Familie nebenberuflich ein Weingut betreibt, durfte auf eigenen Wunsch zwei Jahre in Folge eine Reihe von halben Urlaubstagen nehmen: im Jahr 2015 an insgesamt 18 Tagen und im Jahr 2016 an insgesamt 13 Tagen.

Im August 2017 entschied sich der Arbeitgeber jedoch anders und teilte dem Arbeitnehmer mit, dass er ihm künftig maximal sechs halbe Urlaubstage pro Jahr gewähren wolle. Er begründete dies mit dem Bundesurlaubsgesetz: Dies sehe keine halben Tage bei der Urlaubsgewährung vor. Außerdem sei eine halbtägige Urlaubsgewährung durch die damit verbundenen Zusatzkosten und Dispositionsprobleme nicht mehr zumutbar.

Damit war der Arbeitnehmer nicht einverstanden und klagte. Doch das LAG Baden-Württemberg gab dem Arbeitgeber recht: Zwar müsse ein Arbeitgeber bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs grundsätzlich die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers berücksichtigen (§ 7 Abs. 1 Satz 1 BUrlG). Der Arbeitgeber sei aber zur gewünschten Urlaubsgewährung nur verpflichtet, wenn ihm kein Leistungsverweigerungsrecht zustehe. Ein solches kann bestehen, wenn dringende betriebliche Belange oder vorrangige Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer dem gewünschten Urlaub entgegenstehen.

Hinzu kommt, dass nach § 7 Abs. 2 BUrlG der Urlaub grundsätzlich zusammenhängend zu gewähren ist. Eine Ausnahme von dieser Regelung ist nur möglich, wenn dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe eine Teilung erforderlich machen. 

Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Urlaub der Erholung dienen soll. Deshalb kann selbst auf ausdrücklichen Wunsch des Arbeitnehmers eine Zerstückelung des Urlaubs in viele kleine Einheiten nicht gefordert werden.