Für Unternehmen, die Geschäfte mit Großbritannien machen, waren die Nachrichten der letzten Monate wenig ermutigend: historisch hohe Inflation im Juli, erste Zeichen einer Rezession und schwere Turbulenzen an den Börsen. Doch den deutsch-britischen Geschäftsbeziehungen tat das keinen Abbruch - im Gegenteil.

Exporte nach UK steigen wieder

Erstmals seit der Brexit-Entscheidung nahmen die deutschen Exporte nach Großbritannien laut statistischem Bundesamt in den ersten acht Monaten dieses Jahres wieder zu. Eine Herbst-Umfrage der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer brachte zutage, dass rund ein Viertel der befragten Unternehmen trotz politischer Unsicherheiten mit einer Verbesserung ihrer eigenen zukünftigen Geschäftsaussichten rechnet. In der Studie wurde das wirtschaftliche Umfeld in UK immer noch als relativ stabil eingeschätzt. 

Herausforderungen bleiben bestehen

Seit dem Brexit vor sechs Jahren ist das Vereinigte Königreich jedoch im Ranking von Deutschlands wichtigsten Handelspartnern vom fünften Rang auf den zehnten Rang abgerutscht. Die aktuell steigenden Energiekosten, der Fachkräftemangel, logistische Probleme und Handelsbarrieren machen auch zukünftige Planungen nicht einfacher. Den größten Einfluss auf die Geschäftsentwicklung der befragten Unternehmen haben jedoch nicht die spezifischen deutsch-britischen Beziehungen, sondern vielmehr der Krieg in der Ukraine, die Lieferkettenprobleme und die Inflation.

Einen Lichtblick stellt hingegen die zügige Wahl von Rishi Sunak zum neuen Regierungschef dar. Die damit einhergehende Rücknahme der milliardenschweren und nicht gegenfinanzierten Steuersenkungen in Großbritannien konnten die Finanzmärkte beruhigen. 

Im Rahmen der oben genannten Studie wurden 59 webbasierte Interviews mit Unternehmen der deutsch-britischen Wirtschaft, die im Vereinigten Königreich operativ aktiv sind, durchgeführt. Die Studie war Teil des World Business Outlooks des Deutschen Industrie- und Handelskammertags. Der Durchführungszeitraum war vom 13. bis zum 21. Oktober 2022. Die gesamten Ergebnisse sind auf der Seite der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer (AHK) abrufbar.