Wer als Grenzgänger zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie kurzzeitig vom Heimatort aus im Homeoffice arbeitet, muss sich keine Sorgen über zusätzlich anfallende Sozialversicherungsbeiträge machen. Eine solche vorübergehende Änderung des Tätigkeitsorts habe keine Auswirkungen auf das anwendbare Sozialversicherungsrecht, teilt der GKV-Spitzenverband in einem Rundschreiben vom 17. März 2020 mit.

A1-Antrag nur bei ausdrücklicher Anforderung

Wenn ein in Deutschland beschäftigter Mitarbeiter vorübergehend ganz oder teilweise im Homeoffice jenseits der Grenze arbeitet, gilt demnach weiterhin deutsches Sozialversicherungsrecht. Es wird empfohlen, einen Antrag auf eine A1-Bescheinigung nur dann zu stellen, wenn dies von einer zuständigen Stelle eines anderen Mitgliedstaats im Einzelfall als Nachweis ausdrücklich gefordert wird. 

Hintergrund für die Regelung ist laut GKV-Spitzenverband, dass die Beschäftigung im Wohnmitgliedstaat mit dem Direktionsrecht des Arbeitgebers vereinbar ist und aus heutiger Sicht innerhalb des in Artikel 12 Abs. 1 VO (EG) 883/2004 vorgesehenen Zeitrahmens von 24 Monaten erfolgt. 

Die Einstufung als gewöhnliche Erwerbstätigkeit in mehreren Mitgliedstaaten kommt laut Rundschreiben nicht in Betracht. 

Diese Regelungen gelten auch im umgekehrten Fall, wenn also Grenzgänger in Deutschland wohnen und für ihren ausländischen Arbeitgeber kurzfristig von zu Hause aus arbeiten.

Keine Änderung bei Mehrstaaten-Beschäftigung

Bei Arbeitnehmern, die gewöhnlich in mehreren Staaten erwerbstätig sind und über einen entsprechenden Nachweis verfügen, ändert sich ebenfalls durch eine Tätigkeit im Homeoffice nichts. Selbst wenn Arbeitnehmer ausschließlich von zu Hause aus arbeiten, ergibt sich laut GKV-Rundschreiben durch die vorübergehend andere Verteilung der Arbeitszeit keine Änderung in Bezug auf das Sozialversicherungsrecht. Ausgestellte A1-Bescheinigungen bleiben für diese Zeit gültig.

Vorgehen bei unterbrochenen Entsendungen

Wird eine Entsendung ins Ausland wegen der Coronavirus-Pandemie für kurze Zeit unterbrochen, müssen Arbeitgeber keine Änderungen bei den Nachweisen zum anwendbaren Sozialversicherungsrecht vornehmen. Bereits ausgestellte A1-Bescheinigungen bleiben weiter gültig. Dies gilt laut Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für alle Unterbrechungen, die nicht länger als zwei Monate dauern und das Ende der Entsendung nicht nach hinten verschieben.

Handelt es sich um eine Entsendung in einen Staat, mit dem Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen geschlossen hat, kann für diese Regelung auch ein längerer Zeitraum gelten. Dies entnehmen Arbeitgeber dem jeweiligen Merkblatt der DVKA "Arbeiten in…". 

Meldung bei längerem Aufschub oder Abbruch

Verschiebt sich durch die Unterbrechung der Auslandseinsatz insgesamt nach hinten, müssen Arbeitgeber eine neue Entsendebescheinigung beantragen.

Wird der Auslandseinsatz abgebrochen, müssen Arbeitgeber dies dem Sozialversicherungsträger melden, der die Bescheinigung ausgestellt hat.

Diese Regelungen gelten auch für Arbeitnehmer, für die eine Ausnahmevereinbarung getroffen wurde.