Nach Angaben des spanischen Arbeitgeberverbandes der IT-Unternehmen, DigitalES, gab es in Spanien im März 2022 rund 124.000 offene Stellen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik. Sieben von zehn IT-Jobs bleiben derzeit unbesetzt - und das in einem Land, das nach Griechenland die zweithöchste Arbeitslosenquote in der EU hat. Abhilfe sollen IT-Bootcamps schaffen.

Pandemie verstärkt Nachfrage

In den Intensivkursen, die in Spanien immer beliebter werden, eignen sich Interessierte nach dem Prinzip "Learning by Doing" in durchschnittlich zwölf Wochen Grundkenntnisse im Programmieren an. Nach Abschluss des Kurses winkt den Absolventen eine Beschäftigungsquote von 80 bis 90 Prozent sowie ein vergleichsweise hohes Gehalt. Bootcamps dieser Art gibt es in Spanien zwar schon viele Jahre, durch die Corona-Pandemie ist die Zahl aber weiter gestiegen. Inzwischen werden in etwa 35 Bootcamps Programmierkenntnisse vermittelt. Das sind 86 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren.

Interesse aus dem Ausland an spanischen IT-Fachkräften

Da sich die IT-Branche enorm schnell entwickelt, hat Schnellausbildung das Ziel, Absolventen mit genau dem Wissen auszurüsten, das Unternehmen aktuell brauchen. 

Deshalb suchen inzwischen auch Firmen aus dem Ausland in Spanien nach IT-Fachkräften, weil sie auf dem Heimatmarkt keine geeigneten Bewerber finden. Die Betreiber der spanischen Bootcamps bestärken dies, da IT-Jobs häufig remote erledigt werden können und viele der Absolventen fließend Englisch sprechen.