Die mutterschutzrechtliche Gefährdungsbeurteilung ist Teil der allgemeinen Gefährdungsbeurteilung § 5 Arbeitsschutzgesetz. Ziel der Beurteilung ist es, mögliche Gefährdungen von Schwangeren oder Stillenden bzw. ihrer Kinder am Arbeitsplatz zu identifizieren und geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen. So können Schwangere und Stillende weiter arbeiten oder ihre Ausbildung fortsetzen.

Arbeitgeber sind dafür verantwortlich, die Gefährdungsbeurteilungen durchzuführen. Und zwar sowohl anlassunabhängig als auch anlassbezogen.

Anlassunabhängige Gefährdungsbeurteilung (Stufe 1)

Eine anlassunabhängige Gefährdungsbeurteilung liegt vor, wenn zum Zeitpunkt der Beurteilung keine Frauen im Unternehmen beschäftigt sind oder die betreffende Tätigkeit nicht von einer Frau ausgeführt wird oder keine Schwangerschaft oder keine Stillzeit bekannt gegeben worden ist. 

Der Arbeitgeber muss die möglichen Gefährdungen schon vor Aufnahme der Tätigkeit beurteilen.

Diesen Ablauf empfiehlt die Regel zur Gefährdungsbeurteilung:

  • Arbeitsbereiche und Tätigkeiten festlegen
  • Mutterschutzrelevante Gefährdungen ermitteln
  • Mutterschutzrelevante Gefährdungen beurteilen
  • Sind erforderliche Schutzmaßnahmen notwendig?
  • Informieren und unterweisen
  • Gefährdungsbeurteilung dokumentieren

Anlassbezogene Gefährdungsbeurteilung (Stufe 2)

Sobald eine Frau ihren Arbeitgeber über ihre Schwangerschaft oder Stillzeit informiert hat, muss er eine anlassbezogene Gefährdungsbeurteilung vornehmen. Dafür prüft er die in Stufe 1 ermittelten Gefährdungen auf Vollständigkeit und Aktualität und legt die nötigen Schutzmaßnahmen fest. Ein Gesprächsangebot gehört ebenfalls zur Arbeitgeberpflicht.

Der Ablauf im Überblick:

  • Erforderliche Schutzmaßnahmen festlegen und durchführen
  • Gespräch über weitere Anpassungen der Arbeitsbedingungen anbieten
  • Gefährdungsbeurteilung dokumentieren

Wie die Stufen der Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden sollen, klärt die veröffentlichte Regel. 

Veröffentlichte Regel nachlesen

Sie finden das vollständige Dokument als PDF zum Download auf der Seite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).