Der Kläger hatte sich um eine Stelle als LKW-Fahrer bei einem Entsorgungsunternehmen beworben. Mithilfe eines unbezahlten Probearbeitstags wollte das Unternehmen entscheiden, ob es den Bewerber einstellen würde.

Bei der Probearbeit vom LKW gefallen

Während der Probearbeit stürzte der Bewerber vom LKW und verletzte sich. Die gesetzliche Unfallversicherung lehnte es ab, Leistungen zu erbringen, weil es sich nicht um einen Arbeitsunfall gehandelt habe. Der Bewerber habe im eigenen Interesse gehandelt, um den Arbeitsplatz zu bekommen, eine Eingliederung in den Betrieb habe nicht vorgelegen.

Beschäftigung auch ohne Arbeitsverhältnis möglich

Der Bewerber klagte - und bekam Recht: Nach Auffassung der Gerichte war der Kläger zum Zeitpunkt des Unfalls nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII versichert. Er sei als Beschäftigter anzusehen, wenn objektiv bestehende Haupt- und Nebenpflichten aus dem Rechtsverhältnis erfüllt würden. Eine Beschäftigung kann auch ohne Arbeitsverhältnis vorliegen, nämlich wenn sich ein Probemitarbeiter in ein fremdes Unternehmen eingliedert und sich dem Weisungsrecht des Arbeitgebers in Bezug auf Zeit, Dauer, Ort und Art der Tätigkeit unterordnet. Ob er dafür bezahlt werde oder nicht, sei nach Ansicht des Gerichts unerheblich.