"Dienst nach Vorschrift": Wer innerlich gekündigt hat, distanziert sich von seinen Arbeitsinhalten, Aufgaben und von den Kollegen. Die Einsatzbereitschaft lässt nach, die Resignation gegenüber der Arbeitssituation nimmt zu. Die Identifikation mit dem Unternehmen fehlt.

Innerlich Gekündigte sind dauerhaft unmotiviert, desinteressiert und unzufrieden. Ihre Tätigkeit erfüllt sie nicht oder nicht mehr und erscheint ihnen zunehmend sinnlos.

Häufig ziehen sich diese Mitarbeiter zurück, sie nehmen zum Beispiel nicht mehr an Veranstaltungen des Unternehmens oder der Abteilung teil. Dafür nehmen die kurzen und die längeren Arbeitsunfähigkeiten zu.

Diese Haltung kann auch auf die Kollegen ausstrahlen, sodass die Stimmung und Motivation im gesamten Team sinken. 

Kosten in Höhe von 100 Milliarden Euro jährlich

Für die deutsche Wirtschaft entstehen nach einer Studie des Beratungsunternehmens Gallup Kosten in Höhe von rund 100 Milliarden Euro jährlich durch die innere Kündigung von Beschäftigten.

Warum wechseln diese Personen nicht einfach ihren Job? Die "richtige Kündigung" wird von ihnen in der Regel nicht in Betracht gezogen, da sie keine Alternativen zur aktuellen Tätigkeit sehen
und finanzielle oder andere Einbußen befürchten.

Woher kommt die innere Kündigung?

Die Ursachen liegen in der Regel im Arbeitskontext und können zum Beispiel sein:

  • das Führungsverhalten der Vorgesetzten
  • das Abgeben von verantwortungsvollen Tätigkeiten
  • eine Zurücksetzung bei Beförderungen
  • die Abnahme von beruflichen Perspektiven
  • die Unzufriedenheit mit der Gesamtsituation im Unternehmen, zum Beispiel durch einschneidende Umstrukturierungen

Bevor es zu einer inneren Kündigung kommt, wird meist eine Reihe von Erwartungen dauerhaft nicht erfüllt, wie zum Beispiel der Wunsch nach einer sinnvollen Tätigkeit, dem respektvollen Umgang miteinander oder nach Arbeitsanforderungen, die zu bewältigen sind. Daraus entsteht ein Teufelskreis: Das Unternehmen erfüllt die Erwartungen des Mitarbeiters nicht, der Mitarbeiter zieht sich zurück, verringert seine Arbeitsleistung und erfüllt dadurch nicht die Erwartungen des Unternehmens.

Wege aus der inneren Kündigung

In drei jeweils 20-minütigen Podcasts informiert die Initiative Arbeit und Gesundheit (iga) über die Ursachen und Folgen der inneren Kündigung und zeigt Gegenmaßnahmen für Unternehmen auf. Der Dreiteiler mit dem Titel "Innere Kündigung" richtet sich an betroffene Beschäftigte und Führungskräfte.

In der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) arbeiten gesetzliche Kranken- und Unfallversicherung zusammen. Ziel der Initiative ist es, die Gesundheit im Arbeitsleben zu fördern.

In der ersten Episode "Der Mensch" erfahren die Hörer, was man unter innerer Kündigung versteht und welche Signale es gibt. Die zweite Episode "Das Unternehmen" beschäftigt sich damit, welche Auswirkung innere Kündigungen auf das Unternehmen haben. Im dritten Teil "Die Wege heraus" werden Möglichkeiten zur Vorbeugung vorgestellt und wie man negative Auswirkungen für Mitarbeiter und Unternehmen vermeidet.

Auf der Seite der iga können Sie sich die Podcasts kostenlos anhören oder herunterladen.

Die Beiträge basieren auf den Ergebnissen des Studienprojekts "Engagement erhalten - innere Kündigung vermeiden", das im iga.Report 33 erschienen ist. Für das Projekt wurden rund 380 Personalverantwortliche und Führungskräfte in Unternehmen befragt.