Grundsätzlich steht es jedem Mitarbeiter frei, was er zur Arbeit anzieht und wie er aussieht. Allerdings kann das Direktionsrecht des Arbeitgebers Vorgaben zum Aussehen umfassen, sofern es dafür eine gute Begründung gibt. Das können zum Beispiel hygienische Gründe oder Sicherheitsvorschriften sein - dann darf der Arbeitgeber Arbeitskleidung vorschreiben oder Piercings und lange Fingernägel verbieten. 

Doch auch Vorgaben zu einem einheitlichen äußeren Erscheinungsbild können wirksam sein, zum Beispiel das Tragen einer Dienstuniform oder von Kleidung mit dem Unternehmenslogo.

Was als seriös gilt, wandelt sich

Haben Mitarbeiter Kundenkontakt, darf der Arbeitgeber ihnen mehr Vorschriften machen als anderen Mitarbeitern. Es kommt dabei jedoch immer auf den Einzelfall an. Denn auch die sich stetig wandelnde gesellschaftliche Akzeptanz des Aussehens spielt eine Rolle. Sind beispielsweise Bärte gerade modisch anerkannt, wird sie kaum ein Arbeitgeber grundlos verbieten. Auch was als seriös gilt, wandelt sich: In vielen Unternehmen wird die Krawatten- oder Anzugpflicht zunehmend aufgeweicht. Vorgaben, die den Mitarbeiter nur während der Arbeitszeit betreffen, sind dabei eher wirksam als Vorgaben, die auch Auswirkungen auf sein Privatleben haben.

Insgesamt dürfen die Ge- und Verbote des Arbeitgebers Mitarbeiter nicht diskriminieren. Sie dürfen nicht gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) oder andere Gesetze verstoßen. Kein Mitarbeiter darf wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität benachteiligt werden.

"Meine Füße, meine Entscheidung"

Vor einiger Zeit wehrte sich eine britische Arbeitnehmerin vehement gegen das Gebot ihres Arbeitgebers, am Empfang des Unternehmens Schuhe mit mindestens fünf bis sieben Zentimeter hohen Absätzen zu tragen, berichtete die Süddeutsche Zeitung. Die Arbeitnehmerin hatte damit Erfolg: Die Vorschrift wurde abgeschafft.