Im Jahr 2016 lebten in Deutschland rund 18,5 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Das entspricht in etwa 22,5 Prozent der Gesamtbevölkerung. Diese Zahl ist eine Momentaufnahme nach jahrzehntelangen Migrationsbewegungen und Integrationsprozessen. Unsere Gesellschaft wurde mitgeprägt durch die sogenannten Gastarbeiter und ihre Nachkommen, die schon in den 1950er bis 1970er Jahren einen entscheidenden Beitrag zum "Wirtschaftswunder" geleistet haben. 

Dennoch ist die Wahrnehmung von Menschen mit Migrations- oder Fluchthintergrund bis heute häufig defizitär geprägt und wird zusätzlich von einseitigen Integrationsforderungen begleitet. 

Doch allmählich wächst die Einsicht, dass ein Umdenken nötig ist. Denn Globalisierung, wachsende internationale und digitale Vernetzung sowie der inzwischen nicht mehr zu leugnende demografische Wandel könnten dafür sorgen - so die Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) - dass dem deutschen Arbeitsmarkt im Jahr 2030 um die 3,6 Millionen Arbeitskräfte weniger zur Verfügung stehen als heute. 

Perspektivwechsel bringt neue Möglichkeiten

Ein solches Umdenken ist nicht nur notwendig, sondern kann sich durchaus auch lohnen. Denn ein Perspektivwechsel, der von den vermeintlichen Defiziten der einzelnen Gruppen wegführt und das Augenmerk auf die Potenziale der Einzelnen legt, bringt viele neue Möglichkeiten.

Hinzu kommt: Der Wettbewerb um die Talente hat längst begonnen. Das wissen große, international agierende Unternehmen schon lange und haben bereits entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Doch auch kleine und mittlere Unternehmen können diese Änderungen nicht länger ausblenden, denn sie sind am meisten davon betroffen. 

Das Netzwerk Integration durch Qualifizierung (Netzwerk IQ) hat eine große Auswahl an Broschüren und Tools zusammengestellt, mit denen große und kleine Unternehmen mehr Vielfalt im Betrieb fördern und Maßnahmen zum Diversity Management entwickeln können.