Im Gegensatz zum öffentlichen Dienst haben Beschäftigte in der Privatwirtschaft grundsätzlich keinen Anspruch auf ein Sabbatical. 

Dennoch bieten immer mehr Unternehmen ihren Mitarbeitern die Möglichkeit einer beruflichen Auszeit, die von den Beschäftigten zum Beispiel zur  Weiterbildung, zur Pflege ihrer Angehörigen oder für Reisen genutzt wird. In der Regel dauert ein Sabbatical zwischen drei Monaten und einem Jahr. 

Was genau ist ein Sabbatical?

Das Sabbatjahr, auch Sabbatical genannt, bezeichnet eine längere, meist mehrmonatige und befristete Unterbrechung des Arbeitslebens. Der Arbeitnehmer erhält während dieser Auszeit ein monatliches Arbeitsentgelt, das er durch Vor- oder Nacharbeit erwirtschaftet. Er spart also zum Beispiel über einen gewissen Zeitraum Arbeitszeit auf einem Arbeitszeitkonto an, die er später einlöst.

Was haben Arbeitgeber von Sabbaticals?

  • Die Freistellung von Mitarbeitern kann einen Arbeitgeber in wirtschaftlich schwierigen Zeiten entlasten. So können z.B. Mitarbeiter gehalten werden. 
  • Wer Mitarbeitern eine Auszeit gewährt, bietet ihnen die Möglichkeit, Abstand zum Arbeitsleben zu gewinnen und neue Erfahrungen zu sammeln. 
  • Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird erleichtert, zum Beispiel in Pflegesituationen.
  • Mit einem Arbeitszeitkonto kann ein Unternehmen seine Stellung im Wettstreit um Nachwuchskräfte stärken - Stichwort: Work-Life-Balance.

Sabbatical-Modelle

Um ein Sabbatical zu realisieren, kommen verschiedene Modelle in Betracht. Meist handelt es sich um diese Varianten:

  • Ansparen von Arbeitszeitguthaben
  • Freiwilliger Lohnverzicht
  • Umwandlung in Teilzeitbeschäftigung

Wichtige vertragliche Vereinbarungen

Die Rahmenbedingungen der beruflichen Auszeit können Arbeitgeber und Arbeitnehmer individuell vertraglich regeln. Dabei sollte auch die Frage geklärt werden, was passiert, wenn der Mitarbeiter das Sabbatical vorzeitig beenden will. Das OVG Nordrhein-Westfalen entschied beispielsweise in einem Fall, dass zwei Kölner Lehrer keinen Anspruch auf eine vorzeitige Beendigung ihres Sabbatjahres hatten, auch wenn sie ihre Weltreise wegen der Corona-Pandemie nicht wie geplant fortführen konnten (OVG Nordrhein-Westfalen v. 24.07.2020, Az. 6 B 925/20 und 6 B 957/20).

In die vertraglichen Regelungen eines Sabbaticals sollten daher zum Beispiel diese Punkte aufgenommen werden:

  • Durchführung der Arbeitszeitansparung
  • mögliche Dauer des Sabbaticals
  • Regelungen zu einer vorzeitigen Beendigung
  • Regelungen zu Vergütung, Versicherungen, betrieblicher Altersversorgung und anderen Sonderleistungen des Arbeitgebers
  • Aufgaben und Position des Arbeitnehmers nach seiner Rückkehr

Darüber hinaus kann der Anspruch auf ein Sabbatical kollektivrechtlich vereinbart werden, z.B. über eine Betriebsvereinbarung oder einen Tarifvertrag. 

Weitere Informationen

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