Ein Rechtsanwalt hatte sich beim Bundesministerium für Migration und Flüchtlinge (BAMF) beworben und wurde befristet für sechs Monate eingestellt. 

Zum Start des Arbeitsverhältnisses lud der Arbeitgeber den neuen Mitarbeiter zu einer Schulung ein. Einen Tag vorher reiste der Mitarbeiter im Einvernehmen mit dem BAMF auf Kosten des Arbeitgebers zur Schulung an. Auch die Übernachtung lief über das BAMF.

24 Monate überschritten: Arbeitnehmer klagt unbefristete Beschäftigung ein

Der Arbeitsvertrag wurde auf die zulässige Maximalfrist von zwei Jahren verlängert. Danach sollte der Arbeitsvertrag enden. Damit war der Mitarbeiter nicht einverstanden und reichte Klage ein. Die Begründung: Sein Arbeitsverhältnis habe zwei Jahre und einen Tag gedauert, es habe damit die zulässige Höchstdauer überschritten und sei so in eine unbefristete Beschäftigung übergegangen.

Höchstdauer der befristeten Beschäftigung ist absolut

Das Landesarbeitsgericht Düsseldorf gab dem Kläger Recht und berief sich dabei auf § 14 Abs. 2 Satz 1 TzBfG, nach der eine sachgrundlose Befristung nicht länger als zwei Jahre dauern dürfe. Denn die Anreise zur Schulung einen Tag vor dem ursprünglich festgelegten Beschäftigungsbeginn sei über den Arbeitgeber gelaufen und damit als Dienstreise und eigentlicher Arbeitsbeginn zu werten.

Die Höchstdauer einer sachgrundlosen Befristung von zwei Jahren sei absolut, so das LAG. Auch für geringfügige Überschreitungen dieser Frist gebe es keine Ausnahmen. Das Arbeitsverhältnis bestehe daher unbefristet weiter. Die Revision in diesem Fall ist zugelassen.

Ein ähnlicher Fall - das gleiche Urteil

Schon 2013 hatte das Landesarbeitsgericht Mecklenburg-Vorpommern in einem ganz ähnlichen Fall zugunsten des Arbeitnehmers entschieden: Auch hier ging das befristete in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis über. In diesem Fall wurde ein einjähriger Arbeitsvertrag vom Arbeitgeber um ein weiteres Jahr plus einen Tag verlängert. Auch wenn das ein Rechenfehler des Arbeitgebers war, wurde die zulässige Höchstdauer für sachgrundlose Befristungen damit überschritten - und das Beschäftigungsverhältnis musste unbefristet fortgeführt werden (LAG MV, Urteil v. 17.4.2013, Az. 2 Sa 237/12). Eine Revision hat das LAG nicht zugelassen.