Das Arbeitszeitmodell Schichtarbeit wird häufig eingesetzt: Zwei oder mehr Arbeitnehmer teilen sich eine Tätigkeit und lösen sich schichtweise ab. Das Ziel dieses Systems ist es, Produktions-, Dienstleistungs- und Öffnungszeiten in Unternehmen zu ermöglichen oder zu verlängern. Für Beschäftigte ist Schichtarbeit vor allem wegen der höheren Verdienstmöglichkeit durch Schichtzulagen interessant.

Die Beschäftigten werden bestimmten Schichten zugeordnet. Häufig wiederholen sich die Arbeitszeiten in einem regelmäßigen Rhythmus. So wechseln beispielsweise Früh- und Spätschicht oder Früh-, Spät- und Nachtschicht. Die Beschäftigten arbeiten häufig tage- oder wochenweise im Wechsel.

Gesundheitliche Belastungen bei Schichtarbeit

Bei Schichtarbeitern treten häufig Schlafstörungen auf, die zu Konzentrationsschwäche, Nervosität oder vorzeitiger Ermüdung führen können. Auch Appetitlosigkeit und Magenbeschwerden können vorkommen.

Lange Nachtschichtphasen können in Zusammenhang stehen mit chronischer Erschöpfung, depressiver Stimmungslage, Burnout-Symptomen und der Abnahme kognitiver Leistungsfähigkeit. Arbeitswissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die Belastungen durch Schichtarbeit ab dem 35. Lebensjahr signifikant zunehmen.

Gesetzliche Regelungen zum Schutz der Beschäftigten

Die besonderen Belastungen der Schichtarbeit erfordern entsprechende Schutzvorschriften in Bezug auf die Arbeitszeitgestaltung. 

Mindestens 15 Sonntage pro Jahr müssen nach dem Arbeitszeitgesetz bei Schichtarbeit beschäftigungsfrei sein (§ 11 ArbZG). Nach herrschender Rechtsprechung zählen dazu auch Sonntage, die in den Urlaub fallen.

Beschäftigte, die an einem Sonntag arbeiten, müssen innerhalb von zwei Wochen einen Ersatzruhetag erhalten, der nach Auffassung des BAG aber jeder Werktag und damit auch ein arbeitsfreier Samstag sein kann. 

Für alle Arbeitnehmer gilt, dass zwischen zwei Arbeitseinsätzen immer eine Ruhezeit von mindestens elf Stunden zu gewähren ist (§ 5 ArbZG). Durch diese Ruhezeit, die natürlich auch zwischen den Schichten einzuhalten ist, sollen sich Beschäftigte erholen können. Jegliche Form der Arbeit ist in dieser Zeit ausgeschlossen, die Ruhezeit muss ununterbrochen sein.

In Krankenhäusern und Pflegebetrieben sowie in der Gast- und Landwirtschaft gibt es teilweise Ausnahmen von der Ruhezeitregelung. Hier kann die sonst strikt vorgegebene Ruhezeit auf zehn Stunden verkürzt werden.

Schicht für Schicht gesund - ein Ratgeber für Arbeitgeber

Eine gute Schichtplangestaltung kann die Gesundheit der Beschäftigten ebenfalls schützen. Diese lässt sich im Einklang mit dem Arbeitgeber verbessern - dabei sind auch die Interessenvertreter der Arbeitnehmerseite gefordert. Hier gemeinsam gute Lösungen zu finden, liegt auch im wirtschaftlichen Interesse des Unternehmens. Denn schließlich braucht es Beschäftigte, die sich engagiert und motiviert für die Unternehmensziele einsetzen, die sich wohlfühlen und langfristig gesund und leistungsstark bleiben.

Die Techniker hat zwei Broschüren zusammengestellt,  die Arbeitgeber und Arbeitnehmer dabei unterstützen können, Schichtarbeit gesund zu gestalten. Mehr dazu finden sie im TK-Firmenkundenportal .