COVID-19 bleibt weiterhin eines der größten Risiken für internationale Unternehmen. Das hat die Befragung "Risk Outlook 2022" von fast 1.000 Fachkräften für Mitarbeitergesundheit und -sicherheit in 75 Ländern durch International SOS ergeben. Demzufolge sehen zwei Drittel der Befragten die Corona-Pandemie als größte Herausforderung, gefolgt von mentalen Gesundheitsproblemen (36 Prozent) sowie Naturkatastrophen und extremen Wetterbedingungen (21 Prozent).

Psychische Erkrankungen senken Produktivität

Viele Unternehmen gehen davon aus, dass 2022 bestimmte gesundheitliche Störfaktoren die Mitarbeiterproduktivität beeinflussen und zu vermehrten Fehlzeiten führen. "Laut WHO leiden etwa 25 Prozent der weltweiten Bevölkerung irgendwann in ihrem Leben an einer psychischen oder neurologischen Erkrankung. Durch die Corona-Pandemie hat die Zahl dieser Erkrankungen noch weiter zugenommen", erklärt Dr. Stefan Eßer, Ärztlicher Leiter Zentraleuropa bei International SOS. 

Corona bringt neue Fürsorgepflichten

Das Konzept der Mitarbeitergesundheit umfasse deshalb inzwischen nicht mehr nur sicherheitstechnische und traditionell arbeitsmedizinische Aspekte, sondern auch die psychische und emotionale Gesundheit. Vor dem Hintergrund einer Kündigungswelle, die viele Experten für 2022 erwarten, sind laut Eßer deshalb Investitionen in das Wohlbefinden der Mitarbeiter unerlässlich, um ihre Bindung an das Unternehmen zu stärken. Gleichzeitig werden Fürsorgepflichten durch neue Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen sowie Erwartungen der Mitarbeiter neu gestaltet.

Risikoniveau bleibt hoch

Das Thema Gesundheit ist durch COVID-19 stark in den Vordergrund gerückt. "Im Jahr 2022 müssen sich die Unternehmen aber bewusst sein, dass die immerwährenden Sicherheitsbedenken wie Kriminalität, Unruhen, Terrorismus oder andere geopolitische Probleme durch die Pandemie nicht verschwunden sind", so Eßer. In vielen Fällen seien die Risiken sogar gestiegen. 

Da die Reisetätigkeiten 2022 voraussichtlich wieder zunehmen, sollten Unternehmen eine umfassende Gefährdungsbeurteilung vornehmen. Nach Ansicht von International SOS könnte ein gutes Gesundheits- und Sicherheitsrisikomanagement in Zukunft ein Wettbewerbsvorteil sein.