Wohin bewegen wir uns? Für eine moderne, sich ständig wandelnde Gesellschaft ist Mobilität unentbehrlich. Kaum etwas prägt unser Leben so sehr wie die Bewegung von Ort zu Ort. Doch was sind die treibenden Kräfte der zukünftigen Mobilität? "Es kristallisiert sich der Wunsch nach einer individuellen, intelligenten und vernetzten Mobilität heraus", heißt es in der Studie "MOVEON II - Grundlagen eines Szenarios zum künftigen Mobilitätsverhalten" des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). 

Sharing: Geteilte Mobilität

Das Bedürfnis nach Sicherheit, Gesundheit und einer intakten Umwelt wächst stetig. In den Smart Cities der Zukunft können intelligente Verkehrs- und Parkleitsysteme den Verkehr verflüssigen und die Parkplatzsuche verkürzen. Individualverkehr und ÖPNV werden durch die Digitalisierung stärker miteinander verknüpft. Zudem wächst das Angebot an Sharing-Modellen für Autos, Fahrräder und E-Bikes - Pendlernetzwerke werden mehr genutzt. Der Umweltaspekt spielt eine immer wichtigere Rolle. So soll es laut Studie künftig wieder mehr Schienenverkehr geben. Der Flugverkehr - besonders im Inland - wird hingegen weiter reduziert, wie auch im European Green Deal zur effizienten Ressourcennutzung festgehalten. 

Multi-Mobilität 

Zum Arbeitsalltag der multi-mobilen Businessclass gehören neben täglichem Pendeln von einem Betriebsstandort zum anderen auch Geschäftsreisen und Reisen zu Business-Events - sowohl im In- als auch im Ausland. Ob nun per Pkw, Bahn oder Flugzeug - ein Maximum an Flexibilität, Vernetzung und Internationalität ist mittlerweile selbstverständlich. Multi-Mobilität ist zum Schlüsselbegriff für ein professionelles Work-Life-Management geworden: Verkehrsmittel, Verkehrsknotenpunkte und Hotels werden flexibel für mobile Arbeit genutzt und Teil eines mobilen Office. Die Studie belegt: Das spart Zeit und schont Ressourcen.

Neue Trends durch Corona

Die Pandemie stellte Arbeitgeber und Mitarbeiter im vergangenen Jahr vor zahlreiche Herausforderungen, doch sie fungierte auch als Katalysator für mobile Arbeit: 2020 zeigte sich ein deutlicher Trend zum Homeoffice sowie zur Telearbeit, die als ortsunabhängige Beschäftigungsalternative zur stationären Arbeit im Unternehmen und dem häufig damit verbundenen Pendelaufwand angeführt wird. 

Der coronabedingte Lockdown hat in vielen Unternehmen Schwachstellen aufgedeckt, die durch die Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen und Arbeitsabläufen sowie durch eine entsprechende technische Infrastruktur zum mobilen Arbeiten reduziert werden können. Die betriebliche Mobilität, die flexibel, nachhaltig und krisensicher auszurichten ist, gilt als ein wichtiges Element der Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit von Betrieben, mit dem sie zudem auch eine relevante Vorreiter- und Vorbildfunktion einnehmen können.

Wichtig: Kommunikative Fähigkeiten und Soft Skills 

Krisensituationen fordern schnelle Entscheidungen: Die derzeitige Situation hat besonders im Bereich der Mobilität gezeigt, dass eine gute Kommunikation innerhalb der Unternehmen ebenso nötig ist wie technisches Know-how. Einzelne Bereiche müssen lernen, besser zu kommunizieren und stärker miteinander zu arbeiten. Denn das sei auf dem Weg zu einer reibungslosen Infrastruktur der erste Schritt, so die Autoren der Studie. Fort- und Weiterbildungen für Mitarbeiter und Führungsebene sind unerlässlich, besonders für die Rekrutierung von Mitarbeitern aus dem Ausland.