Eine Befragung des Online-Blogs "Office Roxx" unter seinen Lesern ergab, welcher Lärm den Beschäftigten im Büro am meisten zusetzt und was am Arbeitsplatz gegen Lärm unternommen wird.

Lärm im Büro ist eine (unterschätzte) Belastung

Immerhin: 18 Prozent der Befragten scheint Lärm nicht zu stören, sie fühlen sich durch Geräusche am Arbeitsplatz nicht abgelenkt. Doch 51 Prozent empfinden den Lärm, den sie bei der Arbeit wahrnehmen, als mittelmäßig störend. 31 Prozent sagen sogar, dass sie sich durch akustische Störungen bei der Arbeit behindert fühlen.

Bei den Befragten, die im Homeoffice arbeiten, fallen die Umfrageergebnisse etwas anders aus. Allerdings sagen auch unter ihnen 21 Prozent, dass die Arbeit von zuhause aus keine geräuscharme Alternative darstelle.

Gespräche und Telefonate erschweren konzentriertes Arbeiten besonders

Als sehr störende Lärmquellen nannten zwei Drittel der Befragten längere Besprechungen im gleichen Raum. Etwas mehr als die Hälfte (54 Prozent) fühlt sich durch die Telefonate anderer gestört. 39 Prozent nerven die Gespräche der Kollegen untereinander und knapp ein Drittel (30 Prozent bzw. 28 Prozent) ärgert sich über den Lärm durch Bürogeräte oder Tastaturgeklapper.

Auch "andere menschliche Geräusche" sind bei vielen unerwünscht (22 Prozent), ebenso wie eine laute Lüftung (14 Prozent).

Eine schlechte Raumakustik wirkt sich auf die Gesundheit aus

Zu den Auswirkungen von zu viel Lärm am Büroarbeitsplatz wurden die Teilnehmer ebenfalls befragt. Gut die Hälfte (51 Prozent) klagt über Konzentrationsstörungen. Bei knapp einem Drittel löst der Lärm Kopfschmerzen (32 Prozent), Muskelverspannungen (29 Prozent) oder Nervosität (28 Prozent) aus.

Auch Schlafstörungen, hoher Blutdruck, Magen- und Darmprobleme oder Auswirkungen auf Herz und Kreislauf wurden in der Befragung genannt.

Das hilft, wenn’s im Büro zu laut ist

55 Prozent der befragten Beschäftigten werden selbst aktiv und greifen zum Kopfhörer, wenn sie Ruhe zum konzentrierten Arbeiten brauchen. Doch auch Arbeitgeber können einiges im Büro verbessern, zum Beispiel mit Hilfe von

  • Ruhezonen: 30 Prozent der Befragten haben die Möglichkeit, sich an ruhigere Einzelarbeitsplätze zurückzuziehen. 
  • Teppichboden: Bei 28 Prozent hatte der Arbeitgeber im Büro Teppich verlegt, um die Lärmbelastung zu senken.
  • schallschluckenden Elementen: Bei 25 Prozent standen schallschluckende Trennwände zur Verfügung. Decken- und Wandabsorber, Vorhänge oder spezielle Möbeloberflächen waren nur bei wenigen Befragten vorhanden.

Arbeitsstätten-Regel "Lärm" kaum bekannt

Anforderungen an die Raumakustik von Büroräumen sind in der Arbeitsstätten-Regel ASR A3.7 "Lärm" beschrieben. 78 Prozent der Befragten kannten die Richtlinie nicht - lediglich 22 Prozent hatten schon einmal davon gehört.

Umfragen zum Lärm im Büro

Der Online Blog "Office Roxx" hat die Leserbefragung "Raumakustik 2021" durchgeführt: 428 Beschäftigte aus unterschiedlich großen Unternehmen in Deutschland haben daran teilgenommen, davon 82 Prozent Büroangestellte. Die Befragung bestand im Wesentlichen aus zehn Fragen zum Thema Lärm im Büro.

Auch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat eine Befragung zum Thema Lärm durchgeführt. Das Faktenblatt "Störende Geräusche am Arbeitsplatz: eine Belastung für Beschäftigte" bezieht sich auf die Erwerbstätigenbefragung von 2018. Die Auswertung der Fragen rund um Lärm am Arbeitsplatz kommt unter anderem zu dem Schluss, dass unerwünschte Geräusche vielleicht nicht immer das Gehör beeinträchtigen, aber trotzdem zu einem geringeren Wohlbefinden führen können.