Der Mann, der von München nach Augsburg ziehen wollte und die Annonce entdeckte, ist Referent für Antidiskriminierung bei einer in der Stadt ansässigen Organisation. Anrufe durch Bekannte des Klägers hätten gezeigt, dass die Wohnung noch nicht vergeben war, teilt das Amtsgericht Augsburg in einer Pressemitteilung mit. 

Die Richter sahen in der Anzeige einen Verstoß gegen das Benachteiligungsverbot aufgrund der Rasse oder ethnischen Herkunft (§ 19 Abs. 2 AGG) und sprachen dem Kläger eine Entschädigung von 1.000 Euro zu. Außerdem wurde der Vermieter zur Unterlassung zukünftiger Benachteiligungen verpflichtet. Für den Fall einer Zuwiderhandlung droht ihm ein Ordnungsgeld oder ersatzweise eine Ordnungshaft.

Diskriminierung an der Tagesordnung

Nach Einschätzung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) erleben rund 70 Prozent der Menschen mit zugeschriebenem Migrationshintergrund Diskriminierung bei der Wohnungssuche. In einem Forschungsprojekt aus dem Jahr 2016 hat die ADS das Thema unter die Lupe genommen. Ein Leitfaden mit Tipps soll Betroffenen helfen, rassistische Benachteiligungen nachzuweisen.