Es gibt offensichtlich auch in Corona-Zeiten gute Gründe, sich für grenzüberschreitende Einsätze innerhalb Europas rechtssicher zu wappnen. Rund 400 Personalverantwortliche haben sich Ende Oktober zum ganztägigen Vortrag bei der TK eingeloggt, um mit Hilfe von Experten rechtliche Stolperfallen bei Einsätzen in EU- und EWR-Ländern sowie in der Schweiz aufzuspüren.

"Viele haben ja davon gehört, dass hohe Bußgelder drohen können, wenn man die Meldepflicht bei Entsendungen in bestimmten Ländern missachtet. Dass es sich dabei keineswegs nur um leere Drohungen handelt, ist oft nicht klar", warnt Referent Omer Dotou, Leiter Global Mobility Services des Unternehmens BDAE Consult. Den Webinar-Teilnehmern wurde dies spätestens beim Blick auf einen Brief des französischen Arbeitsministeriums an ein deutsches Unternehmen bewusst, den Dotou zeigte: "Es ging hier um zehn Mitarbeiter, für die 750 Euro Bußgeld veranschlagt wurden - je einmal für die Missachtung der Meldepflicht und einmal für die fehlende Vertreterbenennung vor Ort. Da kamen ganz schnell 15.000 Euro zusammen. Kommt dies häufiger vor, kann es daher nicht nur teuer werden, sondern auch zu weitergehenden Konsequenzen führen", so Dotou.

Meldepflicht und A1-Bescheinigung, ein Unterschied?

Anhand von zahlreichen Beispielen aus verschiedenen Nachbarländern zeigten die Experten, worauf bei Entsendungen zu achten ist. "Eines der häufigsten Missverständnisse liegt darin, dass viele denken: Mit der A1-Bescheinigung habe ich die Meldepflichten erfüllt. Dabei sind Meldepflicht und A1-Bescheinigung grundsätzlich getrennt voneinander zu betrachten. Die A1-Bescheinigung macht im Zusammenhang mit der Meldepflicht und den bereitzuhaltenden Unterlagen nur einen kleinen Teil der Anforderungen aus", lautete eine wichtige Botschaft der BDAE-Unternehmensberaterin Lea Fiebelkorn.

Während die Meldepflicht von den einzelnen Staaten zum Schutz vor Lohndumping eingerichtet wurde - auf Basis einer EU-weiten Richtlinie -, ist die A1-Bescheinigung der seit vielen Jahren erforderliche Nachweis darüber, dass Mitarbeiter während eines befristeten Auslandseinsatzes weiterhin im Heimatland sozialversichert sind. "Zugegebenermaßen ist das wahrlich kein triviales Thema", so Fiebelkorn.

Weitere Informationen

Sie haben den Termin verpasst? Die Präsentation zum TK-Webinar "A1-Bescheinigung, Meldepflichten und Compliance-Anforderungen bei Geschäftsreisen ins EU-Land und nach Deutschland" haben wir für Sie zum Herunterladen bereitgestellt. Dort finden Sie auch die Antworten der Experten auf die wichtigsten Fragen aus dem Webinar.

Die Übersicht mit den Links zu den jeweiligen Portalen der wichtigsten Entsendeländer finden Sie im Artikel " Meldepflicht bei Entsendungen - Stand der Dinge ". 

Wie Sie als Arbeitgeber bei der TK eine A1-Bescheinigung beantragen, erfahren Sie in unseren FAQ .