Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) definiert einen Arbeitsunfall so: "Ein Unfall infolge einer versicherten Tätigkeit ist ein Arbeitsunfall und steht damit unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Maßgeblich ist dabei nicht unbedingt der Ort der Tätigkeit, sondern die Frage, ob die Tätigkeit in einem engen Zusammenhang mit den beruflichen Aufgaben steht". Auch wann ein Unfall passiert, ist nicht ausschlaggebend. Wichtig ist nur, dass der Unfall in unmittelbarem Zusammenhang mit der Arbeit passiert.

Das heißt, ein Mitarbeiter ist grundsätzlich in den Arbeitsräumen und auf betriebsbedingten Wegen versichert. 

Was sind betriebsbedingte Wege?

Wir haben einige Beispiele für betriebsbedingte Wege zusammengestellt:

  • Der Weg vom oder zum Drucker, Kopierer, Scanner, wenn dienstliche Unterlagen bearbeitet werden sollen und das Gerät in einem anderen Raum steht
  • Der Weg vom oder zum Server, wenn dieser zum Beispiel im Keller eines mehrstöckigen Hauses steht
  • Der Weg von der oder zur Haustür, wenn ein Paket mit Arbeitsunterlagen geliefert wird
  • Der Weg vom oder zum Betrieb, wenn der Mitarbeiter zu einer Besprechung vor Ort erscheinen muss, Unterlagen aus dem Unternehmen benötigt oder abgeben muss

Nicht versichert: der private Lebensbereich

Diese Wege hingegen zählen zum privaten Lebensbereich des Mitarbeiters und sind nicht über die gesetzliche Unfallversicherung abgedeckt:

  • Der Weg von den Privaträumen in die Arbeitsräume oder zurück
  • Der Weg zur Toilette oder zurück
  • Der Weg zur Küche oder zurück
  • Der Weg von der oder zur Terrasse, um dort bei schönem Wetter mobil zu arbeiten
  • Der Weg von der oder zur Haustür, wenn ein privates Paket geliefert wird
  • Der Weg von oder in andere Räume, um die Kinder zu beaufsichtigen oder sie beim Homeschooling zur unterstützen

Arbeitsunfall melden

Was Arbeitgeber tun müssen, wenn ein Arbeitsunfall passiert, fasst die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) auf ihrer Seite zusammen.

Homeoffice, Telearbeit, mobiles Arbeiten - was ist was?

Man spricht von Homeoffice, Telearbeit oder Heimarbeit. Was ist jeweils genau damit gemeint?

Homeoffice

Beim Homeoffice handelt es sich um Telearbeit im Sinne der Arbeitsstättenverordnung (§ 2 Abs. 7 ArbStättV). Es erfasst die Tätigkeit im Angestelltenverhältnis. In der betrieblichen Praxis wird der Begriff Homeoffice meist gleichbedeutend mit Telearbeit benutzt. Im Homeoffice ist der Arbeitsplatz - zumindest zeitweise - an einem festgelegten Platz in den Privaträumen des Arbeitnehmers eingerichtet. 

Mobiles Arbeiten

Für das mobile Arbeiten ist ausschlaggebend, dass die Verbindung zum Betrieb per Informations- und Kommunikationstechnik - also über mobile Endgeräte (z.B. Laptop, Tablet, Smartphone) - hergestellt wird. Beim mobilen Arbeiten ist der Mitarbeiter nicht an ein festgelegtes - beispielsweise häusliches - Büro gebunden. Mitarbeiter können die Arbeit typischerweise an wechselnden Orten außerhalb des Unternehmens erledigen.

Heimarbeit

Heimarbeiter besitzen eine rechtliche Sonderstellung. Die Rechtsbeziehungen der Vertragsparteien untereinander sind im Heimarbeitsgesetz (HAG) geregelt. Der Heimarbeiter ist zwar ebenfalls tatsächlich und wirtschaftlich vom Auftraggeber abhängig, im Gegensatz zum angestellten Arbeitnehmer aber nicht persönlich (z.B. in Bezug auf die Arbeitszeiten oder die Arbeitsräume).

Es kann auch Überschneidungen zwischen den verschiedenen Arbeitsformen geben.

Mehr zum Thema

Weitere Informationen rund um das Thema Homeoffice und Arbeitsunfälle finden Sie bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Rechtliche Hintergründe zum Homeoffice bietet Ihnen unser Online-Rechtslexikon TK-Lex.