Die Gesundheitsexperten des IFBG haben Daten von rund 7.690 Beschäftigten verschiedener Branchen ausgewertet. Diese zeigen, dass signifikant mehr Frauen (34 Prozent) ein auffälliges Schlafverhalten oder sogar ausgeprägte Schlafstörungen haben als ihre männlichen Kollegen (rund 27 Prozent).

Personen mit Führungsverantwortung scheinen hingegen ausreichend auf ihre Schlafhygiene zu achten. Rund 73 Prozent der Führungskräfte haben ein unauffälliges Schlafverhalten. Bei den Beschäftigten ohne Führungsverantwortung sind es mit knapp 68 Prozent deutlich weniger Personen.

Auch in den Altersgruppen zeigen sich signifikante Unterschiede. Je älter die Beschäftigten sind, desto höher ist der Anteil derer, die angeben, ein auffälliges Schlafverhalten oder ausgeprägte Schlafstörungen zu haben. Sind es bei den Beschäftigten bis 29 Jahre noch 26,4 Prozent, steigt der Anteil über die Altersgruppen leicht an (30 bis 49 Jahre: rund 30 Prozent, 50 bis 59 Jahre: rund 33 Prozent). Die Altersgruppe 60plus hat mit 32 Prozent wieder einen etwas kleineren Wert.

Auch interessant: Etwa 66 Prozent aller Befragten wünschen sich regelmäßig oder manchmal einen kurzen Mittagsschlaf im Alltag.

Was können Beschäftigte und Führungskräfte konkret gegen Schlafprobleme tun? - Zwölf Tipps für Ihren (Schlaf-) Alltag

Tipp 1

Sollten Sie morgens absolut nicht aus dem Bett kommen, kann es sein, dass Ihre Aufstehzeit nicht zu Ihrem Chronotypen (Lerche oder Eule) passt. Haben Sie die Möglichkeit, andere Einschlaf- und Aufstehzeiten auszuprobieren?

Tipp 2

Sport ist gut für den Schlaf - aber nicht zu spät. Es sollten mindestens zwei Stunden zwischen Workout und Schlafengehen liegen.

Tipp 3

Kein "Gläschen am Abend": Zwar erleichtert Alkohol das Einschlafen, stört aber das Durchschlafen.

Tipp 4

Wenn Sie abends wieder einmal etwas vom Zubettgehen abhält, obwohl Sie müde sind: Stellen Sie sich doch einfach einen Wecker, um ins Bett zu gehen.

Tipp 5

Ein regelmäßiges und gleichbleibendes Ritual am Abend hilft dem Körper, sich aufs Schlafen vorzubereiten, zum Beispiel ein kurzer Spaziergang, eine bestimmte Atemübung, noch einmal aus dem Fenster schauen.

Tipp 6

Schlaf-Tracking mittels Smartwatch oder Apps kann dazu führen, dass Sie zu viel über Ihren Schlaf nachdenken und deshalb schlechter schlafen.

Tipp 7

Wenn Sie abends Serien schauen oder im Internet surfen, kann es helfen, wenn Sie die Nightshift- oder Blaufilterfunktion auf Ihrem Mobilgerät einstellen.

Tipp 8

Wenn Sie im Bett liegen und nicht einschlafen können, setzen Sie sich das Ziel, solange wach zu bleiben wie möglich. Klingt paradox, kann aber tatsächlich helfen, schneller einzuschlafen.

Tipp 9

Die Uhrzeit interessiert nachts nicht. Verbannen Sie alle Uhren aus Ihrem Sichtfeld oder drehen Sie sie gegen die Wand.

Tipp 10

Die empfohlene Raumtemperatur liegt bei 16 bis 18 Grad. Zudem sollten Sie vor dem Zubettgehen lüften. Frische Luft fördert den Schlaf.

Tipp 11

Lichtwecker sind sinnvolle Helfer. Sie erhellen das Zimmer zur gewünschten Uhrzeit und unterstützen das natürliche Aufwachen. Ein zusätzliches Alarmsignal stellt sicher, dass Sie nicht verschlafen.

Tipp 12

Guten Morgen, Sonne! Nach dem Aufstehen sollten Sie möglichst viel natürliches Licht tanken. Das macht wach und hebt die Stimmung.