Um in Deutschland arbeiten zu dürfen, benötigen Staatsangehörige aus Ländern außerhalb der EU oder des Europäischen Wirtschaftsraums einen Aufenthaltstitel. Für einige Personenkreise gibt es gesonderte Bestimmungen.

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Während für alle Staatsangehörige aus EU-Staaten die Arbeitnehmerfreizügigkeit gilt, müssen Arbeitgeber bei Anwerbung von Beschäftigten aus sogenannten Drittstaaten aufenthaltsrechtliche Bestimmungen beachten. Die Erlaubnis, in Deutschland zu arbeiten, hängt dabei sowohl von der beruflichen Qualifikation des ausländischen Bewerbers als auch von der angebotenen Stelle ab.

Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit ist notwendig

Der Zugang zum Arbeitsmarkt ist im Allgemeinen für Angehörige aus Drittstaaten nur möglich, wenn für die konkrete Stelle keine deutschen oder bevorrechtigten ausländischen Arbeitnehmer zur Verfügung stehen. Die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit ist Voraussetzung dafür, dass die örtliche Ausländerbehörde einen Aufenthaltstitel für einen Mitarbeiter aus einem Drittstaat erteilt. Aufgrund des Fachkräftemangels hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales die Beschäftigung von Fachkräften mit akademischer Ausbildung deutlich erleichtert.

Migration-Check und Merkblatt für Arbeitgeber

Ob grundsätzlich ein potenzieller Mitarbeiter in Deutschland arbeiten darf, können Arbeitgeber selbst prüfen. Mit dem Migration-Check bietet die Bundesagentur für Arbeit eine Online-Abfrage auf ihrer Webseite an. Außerdem informiert die Arbeitsagentur in dem PDF-Merkblatt "Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland" rund um das Thema Arbeitsmarktzulassung ausländischer Arbeitnehmer.

Die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit berät Arbeitnehmer aus dem Ausland online oder über die bundeseinheitliche Telefonnummer 02 28 - 713 20 00.

Erleichterter Zugang zum Arbeitsmarkt

Für eine Reihe von Personengruppen hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt erleichtert:

Akademiker

Akademiker aus Drittstaaten können zum Beispiel die Blaue Karte EU erhalten. Dabei handelt es sich um einen Aufenthaltstitel, der ein bestimmtes Mindesteinkommen voraussetzt. Die Höhe wird jährlich festgesetzt. Detaillierte Informationen zur Blauen Karte EU gibt es beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Praktikanten und Studenten

Für Studenten, die an einer ausländischen Hochschule studieren, gelten besondere Bestimmungen für die Aufnahme eines Praktikums in Deutschland. Dabei ist es aus arbeitsrechtlicher Sicht von entscheidender Bedeutung, ob es sich um ein freiwilliges Praktikum handelt oder um ein vorgeschriebenes Praktikum im Rahmen der Studienordnung. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) informiert auf ihrer Webseite über die jeweiligen Voraussetzungen.

Für in Deutschland ausgebildete Mitarbeiter

Wer eine qualifizierte Berufsausbildung in Deutschland absolviert hat, kann nach erfolgreichem Abschluss in Deutschland bleiben, um eine der Ausbildung entsprechende Tätigkeit aufzunehmen. Zur Suche nach einem der Ausbildung angemessenen Arbeitsplatz haben diese Personen ein Jahr Zeit. Der dafür nötige Aufenthaltstitel kann bei der zuständigen Ausländerbehörde beantragt werden.

Für Absolventen einer Ausbildung in der EU

Wer eine Ausbildung in einem Staat außerhalb der EU absolviert hat, kann unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls eine Beschäftigung in Deutschland aufnehmen. Dafür gelten folgende Bedingungen:

  • Sie haben einen Arbeitsplatz.
  • Die Ausbildung muss mit einer deutschen qualifizierten Ausbildung gleichwertig sein.
  • Bei dem Beruf muss es sich um einen Engpassberuf handeln, der von der Bundesagentur für Arbeit auf eine Positivliste aufgenommen wurde. Die Positivliste wird etwa zweimal jährlich aktualisiert.

Für Ausbildungsberufe, die nicht auf der Positivliste stehen, ist die Zuwanderung ausgeschlossen.

Hinweis: Das Bundeskabinett hat für Angehörige aus Drittstaaten Erleichterungen geplant, die im Zuge des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes wirksam werden sollen. Das Gesetzespaket befindet sich zurzeit in der parlamentarischen Beratung im Bundestag, ist aber noch nicht beschlossen. Die folgenden Bestimmungen berücksichtigen ausschließlich die aktuell geltenden Regeln (Stand: 31. Mai 2019).