Arbeitgeber sind nicht dazu verpflichtet, ausländischen Mitarbeitern unbezahlten Sonderurlaub zu gewähren, um den längeren Anreiseweg ins Heimatland für den bezahlten Urlaub zeitlich zu berücksichtigen. Sie können dazu aber eine gesonderte Regelung im Arbeitsvertrag oder per Betriebsvereinbarung treffen. 

Weitere Details

Auch ein Tarifvertrag kann eine entsprechende Klausel enthalten. 
 
Ist es im Betrieb üblich, dass ein unbezahlter Sonderurlaub in unmittelbarem Zusammenhang mit dem bezahlten Erholungsurlaub gewährt wird, hat der Betriebsrat nach Paragraf 87 Absatz 1 Nr. 5 Betriebsverfassungsgesetz mitzubestimmen, da es sich hierbei um allgemeine Urlaubsregelungen handelt.

Leistungsverweigerungsrecht

Wenn der ausländische Arbeitnehmer in seinem Heimatland einen verkürzten Wehrdienst ableisten muss, so hat er in dem Fall Ihnen als Arbeitgeber gegenüber ein sogenanntes Leistungsverweigerungsrecht. Das heißt, er muss in der Zeit nicht für Sie arbeiten - Sie müssen dem Mitarbeiter also hier keinen Sonderurlaub gewähren. Voraussetzung: Die Erwerbspause darf nicht länger als zwei Monate dauern.