Wenn ein Mitarbeiter aufgrund einer Quarantäne im Ausland festhängt, kann weiterhin deutsches Recht gelten und somit ein Anspruch auf Entschädigungsleistungen nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) bestehen. Dies setzt aber bestimmte Bedingungen voraus.

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"Grundsätzlich gilt das Recht des Arbeitsvertrags. Das heißt: Ist der Mitarbeiter bei einer deutschen Gesellschaft in Deutschland angestellt, gilt deutsches Recht auch dann, wenn er vorübergehend ins Ausland entsandt ist", erklärt Dr. Nicole Krüger, Fachanwältin für Arbeitsrecht der Kanzlei Kliemt. Vorübergehend sei die Entsendung dann, wenn sie zeitlich oder der Aufgabe nach befristet ist - die Rückkehr in den Entsendebetrieb in Deutschland also geplant ist. "In solch einem Fall gilt bei einer Quarantäne im Ausland deutsches Arbeitsrecht", so Krüger.

Auch das Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten (Infektionsschutzgesetz - IfSG) würde in einer solchen Situation greifen. Krüger: "Es kann davon ausgegangen werden, dass der für Arbeitnehmer und Arbeitgeber wichtige § 56 IfSG (Entschädigung bei Arbeitsausfall) auch dann Anwendung findet, wenn der Arbeitnehmer sich im Ausland befindet und dort eine Quarantäne angeordnet wird". 

Ob der Arbeitgeber bei der zuständigen ausländischen Behörde Regress nehmen kann, wie dies im deutschen Recht in § 56 Infektionsschutzgesetz unter bestimmten Voraussetzungen geregelt ist, hängt davon ab, ob eine entsprechende Regelung im jeweiligen ausländischen Recht existiert. 

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