KI 4 Future

Der Veranstaltungsort "Noon" war bewusst gewählt: In der Atmosphäre von Kreativität, Theater und analogem Experimentierraum ging es unter dem Motto "KI 4 Future" konkret um das Thema Künstliche Intelligenz (KI).

KI im Gesundheitswesen

Dr. Susanne Klein, Leiterin der TK-Landesvertretung Bremen machte den Auftakt des Abends und begrüßte die Gäste: "Bremen goes digital" wurde von der TK hier im Land geprägt. Und so waren wir uns im Team der LV Bremen schnell einig, dass auch die vierte Fachtagung daran anknüpft." Sie lud die Gäste ein, ungezwungen das Thema KI an diesem Abend zu diskutieren. Jedem, der sich aktiv beteiligten wollte, war die Bühne gegeben. Moderiert wurde die Fachtagung, wie auch im letzten Jahr, von Gaby Benjes.

Arzt-Patienten-Beziehung

Dr. Kirsten Kappert-Gonther, Bundestagsabgeordnete der Grünen, ging in ihrem Grußwort nicht nur auf ihren Heimatort Bremen ein, sondern auch auf die Chancen und Sorgen beim Einsatz von KI im Gesundheitswesen. Ängste und Ungewissheit der Patienten müssten ernst genommen werden. Die Chancen, die durch KI entstehen, würden nicht bedeuten, dass der Mensch von der Maschine abgelöst werde. Die Empathie und der Augenkontakt des Arztes seien für den Patienten immer noch das Wichtigste für eine gute Arzt-Patienten-Beziehung.

Spannende Impulse

Dr. med. Tobias Gantner (Arzt, Ökonom, Gründer von Health Care Futurist) setzt in seinem Vortrag: "Nicht vor der Künstlichen Intelligenz müssen wir uns schützen, sondern vor der natürlichen Ignoranz" spannende Impulse: "Der Mensch als analoge Maschine, der in kurzer Zeit viele unterschiedliche Fakten, Infos, komplexe Zusammenhänge beurteilen und verarbeiten kann".

Gedanken und Ideen in einem Graphic-Story­tel­ling

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Die Gedanken zum Thema Digitalisierung und KI von der Veranstaltung wurden in Form von Graphic-Storytelling auf Postern visualisiert.

Weitere Impulsgeber regten mit ihren Pitches zur Diskussion an: Prof. Dr. Stefan Görres (Institut für Public Health und Pflegeforschung - Universität Bremen) wies auf die großen Chancen der Digitalisierung für die Beseitigung des Fachkräftemangels in der Pflege hin. Mit der Anwendung von KI könnten Pflegekräfte in ihren Aufgaben unterstützt werden, schwere Tätigkeiten und vor allem die Bürokratie könnten verlagert werden und Pflegeberufe attraktiver gestalten werden.

Dr. Walter Klingelhöfer (Kaufmännischer Geschäftsführer - Rotes-Kreuz Krankenhaus) wagte einen Blick in die Kristallkugel, da vieles schwer vorhersehbar ist bei der Entwicklung der KI im Krankenhaus. Er prognostizierte: "Apps und Expertensysteme werden - aus der Fülle verfügbarer Daten schöpfend - viele heutige stationäre Behandlungsanlässe schon im außerklinischen Vorfeld 'abfischen'. Übrig bleiben werden nur akute schwere bzw. lebensbedrohliche Verletzungen und Funktionsstörungen, v.a. aber vital oder prognostisch bedrohliche Deregulationen/Entgleisungen chronisch erkrankter, langfristig vorbehandelter, meist multimorbider Patienten."

Diskus­si­ons­er­geb­nisse auf einer Tisch­decke

Gedanken zur Digitalisierunf festgehalten auf Papier Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Der Austausch der Teilnehmer fand im Rahmen von World Cafés statt. Die Ergebnisse wurden auf Tischdecken festgehalten.

Prof. Dr. Horst Hahn (Fraunhofer MEVIS) beschrieb seine Zukunftsvision in Bezug auf die Forschung im Bereich KI: "Es geht nicht darum, ob Computer Ärztinnen ersetzen werden, sondern darum, wie Mensch und Maschine gemeinsam die Unzulänglichkeiten der Medizin beheben können".

"Eine gute Patientenversorgung beginnt mit einem komfortablen Zugang in die richtige Versorgung. KI kann hier einen wertvollen Beitrag zur Patientenversorgung leisten", so Frank Völz, stellvertretender Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Bremen. Er verwies auf die Notfall- und Termin-App "116 117" mit der Patienten jetzt einfach Termine über ihr Smartphone buchen können. "Außerdem hat die KV Bremen und das Krankenhaus St. Joseph Stift im Rahmen eines Pilotprojektes einen "gemeinsamen Tresen" zur Patientensteuerung eingerichtet. Die dazu verwendete Software Smed (strukturierte medizinische Ersteinschätzung in Deutschland) wird seit dem letzten Jahr im KV-Bereitschaftsdienst erprobt und hat sich bewährt", berichtete Völz.

Austausch in Form eines World-Cafés

"Welche Faszinationen und Unterstützungsmöglichkeiten, aber auch Bedenken sehen Sie in der KI", mit diesen Worten regte Moderatorin Gaby Benjes das Publikum zum Austausch an, die Ergebnisse konnten auf beschreibbaren Tischdecken festgehalten werden. In lockerer und entspannter Atmosphäre fand ein interaktiver Austausch in Form eines World-Cafés statt.

Publikum der Fach­ver­an­stal­tung

Ein Bild von den Teilnehmern der Veranstaltung während der Diskussion. Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Das Thema Digitalisierung wurde in Form von World Cafés diskutiert und beleuchtet.

Faszination, Unterstützung, Bedenken

Für das Gesundheitswesen wurden dabei viele Chancen in Bezug auf eine bessere Patientenversorgung gesehen. Nicht nur die verbesserte Diagnosequalität von Krankheiten, sondern auch die längere Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter in der Pflege mit Unterstützung von KI waren Diskussionspunkte. Neben der Faszination der Technologie gab es dennoch auch Bedenken zum Einsatz von KI und der Sicherung des Datenschutzes. Einerseits wurden ethische Aspekte, wie der "Gläserne Patient" diskutiert, andererseits gesellschaftliche Aspekte, wie der Verstärkung gesundheitlicher Ungleichheit durch steigende Kosten für Behandlungen. Hinzu kamen Bedenken zur Einbuße von Arbeitsplätzen, die durch "Digitale Systeme" ersetzt werden könnten.

Als Fazit des Abends lässt sich festhalten: KI ist eine Technologie mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten im Gesundheitswesen, die bezüglich des Datenschutzes und des Einsatzortes achtsam eingesetzt werden muss. Nur so kann sie eine Unterstützung bieten.

Über den Abend hinweg begleiteten wir die Veranstaltung medial auf Twitter unter #Bremengoesdigital. Zudem visualisierte eine Künstlerin die Gedanken in Form von Graphic-Storytelling auf Postern.