TK: Herr Koffner, bundesweite Kassen seien vor Ort nur wenig präsent, ist manchmal zu hören. Was können Sie als Leiter Regionales Vertragswesen der TK-Landesvertretung dieser Kritik entgegen setzen?

Koffner: Natürlich ist die Techniker, ganz konkret mein Vertragsteam, vor Ort präsent und gestaltet die Versorgungslandschaft in Baden-Württemberg aktiv mit. Wir wollen für unsere fast 1,2 Millionen Versicherten im Land ein attraktives Angebot schaffen. Dafür schließen wir Verträge gemeinsam, sogenannte Kollektivverträge mit den anderen Kassen oder nur als TK, also Selektivverträge. Das bedeutet, dass wir vor Ort gemeinsam mit denjenigen, die die Versorgung leisten, Lösungen entwickeln, die genau zu den Gegebenheiten vor Ort passen.  Wir verhandeln beispielsweise im Auftrag aller Kassen in zehn Landkreisen mit 114 stationären Pflegeeinrichtungen. Dabei geht es darum, wie Pflegebedürftige hier in Baden-Württemberg versorgt werden. Im Rahmen der B52-Verbändekooperation zeigen wir zukünftig in sechs kommunalen Gesundheitskonferenzen und Pflegestützpunkten Flagge.  Für unseren Verband der Ersatzkassen verantworten wir landesweit Krankenhausbudgets in 41 Krankenhäuser.

TK: Die TK hat als bundesweite Krankenkasse einheitliche Grundsätze und Vorgaben. Lassen sich damit überhaupt regionale Besonderheiten berücksichtigen?

Markus Koffner

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Leiter Regionales Vertragswesen, TK-Landesvertretung Baden-Württemberg

Koffner: Wir haben als bundesweites Unternehmen eine einheitliche Vorstellung wie wir Versorgung und Service für unsere Versicherten gestalten wollen. Als Landesvertretung ist es unsere Aufgabe, dieses Bild sinnvoll auf die Gegebenheiten vor Ort zu übertragen. Baden-Württemberg hat als Flächenstaat beispielsweise mit anderen Herausforderungen zu kämpfen als ein Stadtstaat. Dafür brauchen und haben wir einen gewissen Spielraum.

Dabei sehe ich es als absolute Bereicherung, Erfahrungen der Kollegen aus anderen Bundesländern auf Baden-Württemberg übertragen zu können. Fehler müssen nicht wiederholt und erfolgreiche Ansätze können schneller umgesetzt werden. Dies gilt natürlich im Gegenzug auch für erfolgreiche Konzepte aus Baden-Württemberg. 

TK: Können Sie dafür Beispiele nennen?

Koffner: Aktuell wurde unsere Kooperation mit dem Stuttgarter Start-up BABYBE - die Erprobung einer speziellen Gelmatratze für Frühchen - durch unsere Intervention auf mehrere Bundesländer übertragen.

Schon seit einigen Jahren bündeln wir hochtechnisierte Methoden, zum Beispiel im Kampf gegen Krebs und in der Transplantationsmedizin, in unserem Netzwerk Spitzenmedizin. Diese Netzwerkidee "made in BW" wurde mittlerweile zu einer bundesweiten TK-Konzeption ausgebaut.

TK: Regionales Vertragsmanagement ist mehr als Verhandeln von Budgets. Wie profitieren Patienten und Versicherte in Baden-Württemberg von den Aktivitäten Ihres Bereichs in der TK-Landesvertretung?

Koffner: Neben kollektivvertraglichen Lösungen, die sinnvollerweise den Großteil der Versorgung ausmachen, vereinbaren wir Selektivverträge, für die wir einen besonderen Bedarf sehen. Zu dieser Kategorie gehören zum Beispiel unser Psychotherapievertrag, die sportmedizinische Untersuchung sowie die vernetzte Behandlung bei Herzkrankheiten.

Aber auch ganz ohne Vertrag sind wir im Land bei Versorgungsthemen engagiert. Wir gehen dieses Jahr mit der TK-DocTour bereits ins sechste Jahr und thematisieren mit unseren Partnern vor Ort aktuelle oder drohende Versorgungsprobleme im ambulanten Bereich. Den teilnehmenden Medizinstudierenden zeigen wir, wie attraktiv die Niederlassung in unserem schönen Bundesland sein kann.

Aktuell binden wir außerdem Ärzte und Krankenhäuser aus Baden-Württemberg in unsere Gesundheitsakte TK-Safe ein. Auch hier erwarten wir kurz- bis mittelfristig einen Mehrwert für unsere Versicherten und Leistungspartner im Land.

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Gut versorgt im Land

Die TK bietet ihren Versicherten eine maßgeschneiderte medizinische Versorgung - #regionalstark  in jedem  Bundesland .


Wie der morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) und eine regional starke Versorgung zusammenhängen, erläutern die TK-Themenseiten zur RSA-Reform .