TK: Herr Schindel, was genau ist ihr Aufgabengebiet in der Landesvertretung der TK in Rheinland-Pfalz?

Schindel: Als Fachreferent bin ich für den stationären Bereich zuständig. Dazu gehören zum einen Budget- und Entgelt-Verhandlungen mit den Krankenhäusern im Land. Durch Versorgungsprojekte an Kliniken gestalte ich aber auch die stationäre Versorgung im Land aktiv mit.

TK: Welche Versorgungsprojekte sind das beispielsweise?

Schindel: Derzeit stehen zwei Projekte in den Startlöchern, die sich beide um die Versorgung von Neugeborenen drehen. Mit dem Projekt "Babyfocus", das gemeinsam mit dem Katholischen Klinikum Mainz durchgeführt wird, haben wir ein besonderes Behandlungsangebot geschaffen, das bereits in der Schwangerschaft mit einer Rundum-Betreuung beginnt und bis nach der Geburt etwa mit einem Neugeborenen-Screening und einem Hörscreening die normalen Leistungen ergänzt. Im Projekt "BABYBE" bekommen Frühgeborene eine bionische Matratze, die den Herzschlag der Mutter simuliert. Das wirkt sich positiv auf diese Kinder aus, denn in der Regel können die Eltern ja nicht rund um die Uhr auf Station sein. Unsere Kooperationspartner sind das Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus in Speyer und das Klinikum Worms.

Rolf Schindel

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TK-Vertragsreferent stationäre Versorgung

TK: Krankenhausversorgung ist insbesondere in ländlichen Regionen ein sensibles Thema. Woran liegt das?

Rolf Schindel: Auf der einen Seite will jeder Patient die beste Versorgung, insbesondere bei schwierigen Operationen und Behandlungen. Das Thema Qualität spielt also eine große Rolle. In Wohnortnähe gibt es gerade auf dem Land aber häufig nur wenig spezialisierte Kliniken für die Grundversorgung.

TK: Aber es wäre doch praktisch, wenn man für eine Knieoperation oder eine Entfernung der Gallenblase oder einen Herzkatheter an das Krankenhaus vor Ort gehen könnte?

Schindel: Wir wissen, dass Qualität gerade bei OPs auch von Quantität abhängt - Stichwort Mindestmengen. Wer häufiger eine Gelenkprothese einsetzt, ist routinierter als ein Arzt, der eine solche Prozedur nur dreimal im Jahr vornimmt. Und Studien der TK haben ergeben, dass die Patienten auch bereit sind, für eine bessere Qualität weitere Wege in Kauf zu nehmen. 

TK: Wie müsste dann in Zukunft eine gute medizinische Versorgung auf dem Land aussehen?

Schindel: Wir brauchen eine gute Grundversorgung vor Ort. Dazu müsste die strikte Trennung zwischen ambulantem und stationärem Sektor aufgehoben werden, etwa durch Integrierte Versorgungszentren. Denn: Nicht alles was heute stationär angeboten wird, ist ein Fall für die Klinik. Und in einem Notfall, etwa einem Herzinfarkt oder Schlaganfall, ist es weitaus besser, mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik mit einer speziellen Chest-Pain- bzw. Stroke-Unit zu kommen als in eine kleine Klinik, die seltener solche Fälle behandelt.

TK: Lassen Sie uns über ein Thema sprechen, das für die TK ganz oben rangiert - die Digitalisierung. Wieso ist es so wichtig, Digitalisierung in den Krankenhausbereich zu bringen?

Schindel: Digitalisierung kann helfen, die Versorgung von Patienten zu verbessern - unabhängig vom Wohnort. Hier bietet vor allem die Televisite großes Potential. Der Arzt kann beispielsweise virtuelle Hausbesuche durchführen und so viel mehr Patienten persönlich betreuen als das durch reale Hausbesuche möglich wäre. Digitalisierung kann also Ärzte und Pflegepersonal entlasten. Studien gehen davon aus, dass in vier Jahren 90 Prozent des medizinischen Fachpersonals mobile Technologien am Krankenbett nutzen werden. So können sie sich schnell einen Überblick über den aktuellen Stand der Patientenakte verschaffen. Mehrfachuntersuchungen und Arzneimittelwechselwirkungen können hierdurch vermieden werden. Die von uns gemeinsam mit IBM entwickelte elektronische Gesundheitsakte "TK-Safe" kann sogar noch mehr, als die vom Gesetz vorgesehenen elektronischen Patientenakten. Erste Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz prüfen bereits eine Anbindung an "TK-Safe".

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Gut versorgt im Land

Die TK bietet ihren Versicherten eine maßgeschneiderte medizinische Versorgung - #regionalstark  in jedem  Bundesland .


Wie der morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) und eine regional starke Versorgung zusammenhängen, erläutern die TK-Themenseiten zur RSA-Reform .