Die TK hat gemeinsam mit dem Facharzt Dr. Reinhard Martens, den gesetzlichen Krankenkassen, dem Sächsischem Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz und der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen ein Konzept entwickelt, um die Kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung sicherzustellen.

Telemedizin statt Wartezimmer

"Hier in Sachsen sind die Wege zu Fachärzten oft weit. Für Patienten ist das anstrengend und oft kompliziert. Das  gleichen wir aus, indem wir in der Kinder- und Jugendpsychiatrie erstmalig telemedizinische Möglichkeiten nutzen und mit weitgehender Delegation ärztlicher Leistungen verbinden", erklärt Simone Hartmann, Leiterin der Arbeitsgruppe Gesundheitsmanagement beim Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz. Sie betont zudem das außerordentliche Engagement von Dr. Reinhard Martens aus Pirna, der Kassen und KV sofort für seinen Lösungsvorschlag gewinnen konnte. Für Termine beim ambulanten Kinder- und Jugendpsychiater haben Patienten bisher sehr weite Wege in Kauf nehmen müssen. In diesem Facharztbereich ist die Region Weißwasser deutlich unterversorgt.

Eine Arbeitsgruppe bestehend aus Sozialministerium, gesetzlichen Krankenkassen, Kassenärztlicher Vereinigung Sachsen, Landesärztekammer und Krankenhausgesellschaft Sachsen hat deshalb mit dem Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie Dr. Reinhard Martens ein neues Projekt gestartet.

Die Umsetzung ist in einem Vertrag zur besonderen Versorgung geregelt. "Das Projekt ist eines der ersten, das in der Modellregion gestartet werden kann. Es trägt dazu bei, dass mehr Kinder und Jugendliche mit psychiatrischen Erkrankungen im Raum Weißwasser in hoher Qualität ambulant versorgt werden können", sagt Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch.

Barbara Klepsch

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Gesundheitsministerin in Sachsen (Fotograf: Christian Hüller)

Telemedizinische Plattform vernetzt Arzt und Therapeuten 

In Weißwasser unterstützen hochqualifizierte Therapeuten Dr. Martens bei Bedarf per Videokonferenz. Mit den Patienten tauscht sich der Mediziner auch per therapeutisch assistierter Videosprechstunde aus, wobei der erste Kontakt immer persönlich stattfindet.

Diese neue Praxisorganisation entlastet Ärzte und ermöglicht, zusätzliche Patienten ambulant in der Zweigpraxis zu behandeln. Die Behandlung obliegt selbstverständlich weiterhin dem Arzt, der über eine telemedizinische Plattform die Therapie parallel verfolgt und sich sofort einschalten kann. Bei schwer kranken Patienten mit erheblichen psychosozialen Einschränkungen sind im Rahmen der Intensivtherapie gerade Besuche im häuslichen oder schulischen Umfeld und häufigere Kontakte in allen Lebensbereichen besonders wichtig. Mit ihren spezifischen beruflichen Kompetenzen und ihrer intensiven Vernetzungsarbeit tragen die Therapeuten maßgeblich dazu bei, die Kinder und Jugendlichen sowie deren familiäres Umfeld im Umgang mit der Erkrankung zu stärken.

Der Einsatz moderner Telemedizin ermöglicht es, die Patientenbetreuung auch in unterversorgten Gebieten wohnortnah sicherzustellen. Der Facharztstandard sowie das Tandem aus Mediziner und Therapeuten gewährleisten die hohe Qualität des Projektes.

Schnelle und effektive Hilfe für mehr Familien

Dr. Reinhard Martens, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie ist sich sicher: "Moderne Kinder- und Jugendpsychiatrie kann bei der Mehrzahl der erkrankten Kinder und Jugendlichen ambulant und ohne den Einsatz von Medikamenten erfolgen. Dafür benötigen wir aber individuell abgestimmte Behandlungsangebote, die für alle Familien erreichbar sind.

Dr. Rein­hard Martens

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Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie

Es ist sensationell, dass die Kassenärztliche Vereinigung und die Krankenkassen in Sachsen dieses deutschlandweit einmalige Modell gemeinsam mit mir entwickelt haben und mir die Nutzung modernster zertifizierter Technologie ermöglichen. Damit können wir mit unserem Team viel mehr Familien schnelle und effektive Hilfe anbieten." 

Hintergrund

Das Projekt ist auf die Modellregion Weißwasser zugeschnitten. Hier besteht im Facharztbereich der Kinder- und Jugendpsychiater eine Unterversorgung. Das Gemeinsame Landesgremium nach § 90a SGB V aus sächsischem Sozialministerium und Partnern der Selbstverwaltung hat deshalb Modellregionen in Sachsen ausgewählt und sieben Arbeitsgruppen mit unterschiedlichen Arbeitsaufträgen zur Verbesserung der medizinischen Versorgung eingesetzt, die TK leitet die Arbeitsgruppe Gesundheitsmanagement.

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