Stuttgart, 02. August 2019. Immer mehr Erwachsene in Baden-Württemberg erhalten Methylphenidat-haltige Medikamente zur Behandlung einer Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Die Zahl der Patienten, die ein entsprechendes Rezept verordnet bekamen, ist seit 2015 im Südwesten um 29 Prozent angestiegen.

Bei Kindern unter 18 Jahren gab es dagegen einen leichten Rückgang um zwei Prozent. Das teilte die Techniker Krankenkasse (TK) mit und beruft sich auf eigene Daten. Der Anstieg bei den Männern lag bei 27 Prozent, bei den Frauen bei 29 Prozent.

In Baden-Württemberg bekommen 2,42 von 1.000 erwachsenen TK-Versicherten Medikamente gegen ADHS. Damit liegt der Südwesten über dem Bundesdurchschnitt von 2,18.

Therapieformen bei ADHS kombinieren

Zur Behandlung von ADHS werden häufig Medikamente wie Ritalin mit dem Wirkstoff Methylphenidat verordnet. Bisherige Studien deuten darauf hin, dass die Medikamente auch bei Erwachsenen die Aufmerksamkeit verbessern und Hyperaktivität lindern können.

Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg: "ADHS war bis dato in der Öffentlichkeit eher als Diagnose bei Kindern und Jugendlichen bekannt. Sie ist aber auch bei Erwachsenen verbreitet. ADHS sollte sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen aber in keinem Fall ausschließlich mit Medikamenten behandelt werden. Andere Therapieformen, wie etwa eine Psychotherapie, können die Behandlung ergänzen."

Hinweis an die Redaktion

Für die Analyse wurden Routinedaten von TK-Versicherten unter 18 Jahren und ab einem Alter von 18 Jahren, die mindestens einmal ein Medikament mit dem Wirkstoff Methylphenidat verschrieben bekommen haben, ausgewertet.