Mainz, 16. August 2019. Die Wahl der Anti-Baby-Pille ist ausschlaggebend dafür, welchem Thromboserisiko eine Frau ausgesetzt ist. So haben Pillen der zweiten Generationen aufgrund ihrer enthaltenen Wirkstoffe nach wissenschaftlichen Kenntnisstand ein niedrigeres Risikopotential, eine tiefe Beinvenenthrombose als Nebenwirkung hervorzurufen, als Pillen der dritten oder vierten Generation. Trotzdem erhielt in 2018 in Rheinland-Pfalz jedes zweite Mädchen zwischen 11 und 19 Jahren eine Pille der jüngeren Generation, wie eine Auswertung der Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) in Rheinland-Pfalz ergab.

Umdenken bei den Ärzten

"Im Jahr 2014 lag der Anteil der Pillen aus der risikoreicheren dritten und vierten Generation in Rheinland-Pfalz noch bei knapp 64 Prozent. Es hat also hier offenbar schon ein Umdenken bei den Ärzten stattgefunden", erklärt Sven Füssel, Leiter regionales Vertragswesen. "Allerdings wird jedes zweite Mädchen immer noch unnötig einem höheren Risiko ausgesetzt, obwohl bessere Präparate zur Verfügung stehen", moniert Füssel.

Leichter Rückgang bei Pillen mit Drospirenon

Auch neuere Pillen mit dem Wirkstoff Drospirenon, die aufgrund von Schadensersatz-Prozessen in den USA und in Deutschland in den Fokus geraten waren, werden weiterhin Teenagern verordnet, obwohl das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bereits 2014 in einem sogenannte Rote-Hand-Brief die Ärzte über neu erkannte Risiken und Nebenwirkungen informiert habe, erklärt Sven Füssel. "Von allen Jugendlichen, die 2018 in Rheinland-Pfalz die Pille einnahmen, bekamen 2,1 Prozent den Wirkstoff Drospirenon verordnet", so Füssel. Hier sei zwar der Anteil an den Verordnungen im Vergleich zum Vorjahr (2,7 Prozent) leicht zurückgegangen. Da es sich jedoch zum Teil um Minderjährige handele, die teilweise auch ohne Zustimmung der Eltern die Pille verordnet bekämen, hätten die Ärzte hier eine besondere Sorgfaltspflicht