Mainz, 9. November 2021. In Rheinland-Pfalz ist der Anteil der verordneten Antibabypillen der sogenannten neueren Generation (3. und 4. Generation) in den vergangenen Jahren leicht zurückgegangen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK).
Während im Jahr 2017 noch 53 Prozent der jungen TK-versicherten Rheinland-Pfälzerinnen ein solches Präparat einnahmen, sank der Anteil im vergangenen Jahr leicht auf 48 Prozent.

Wahl der Antibabypille entscheidet über Thromboserisiko

Die Wahl der Antibabypille ist ausschlaggebend dafür, welchem Thromboserisiko eine Frau ausgesetzt ist. So haben Pillen der zweiten Generation aufgrund ihrer enthaltenen Wirkstoffe nach wissenschaftlichem Kenntnisstand ein niedrigeres Risikopotential, eine tiefe Beinvenenthrombose als Nebenwirkung hervorzurufen, als Pillen der dritten oder vierten Generation.

"Im Jahr 2014 haben in Rheinland-Pfalz noch zwei von drei Mädchen Pillen aus der risikoreicheren dritten und vierten Generation verordnet bekommen. Es hat also hier offenbar schon ein Umdenken bei den Ärztinnen und Ärzten stattgefunden", sagt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung in Rheinland-Pfalz. "Allerdings wird immer noch fast jede zweite junge Frau unnötig einem höheren Risiko ausgesetzt, obwohl andere Präparate zur Verfügung stehen", so Simon.

Interessant ist ein Blick über die Landesgrenze: In Frankreich sanken die Verordnungszahlen von Pillen der dritten und vierten Generation, weil die Krankenkassen die Kosten seit 2013 nicht mehr erstatten durften. Zudem ist das Thema in den französischen Medien viel präsenter als in Deutschland. Simon: "Es ist gut und richtig über die Risiken der Pille zu sprechen und die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren."

Patientinnen sollten nachfragen

"Deshalb ist es wichtig, dass sich junge Frauen vor Einnahme der Pille mit dem Thema auseinandersetzen und ihre Frauenärztin oder ihren Frauenarzt auch aktiv zu Risiken und Nebenwirkungen ansprechen. Gemeinsam wird dann - auch unter Berücksichtigung weiterer Risikofaktoren - ein geeignetes Präparat gefunden. Rauchen beispielsweise erhöht das Thrombosen-Risiko bei Einnahme der Pille zusätzlich", sagt der TK-Landeschef.
 

Hinweis für die Redaktion

Mehr Informationen über die Antibabypille gibt es auf www.tk.de/techniker/2068084. Die TK hat Routinedaten ihrer Versicherten bis 19 Jahren beziehungsweise ab 2019 bis 21 Jahren ausgewertet: Seit Frühjahr 2019 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen bis zum vollendeten 22. Lebensjahr die Kosten für rezeptpflichtige Verhütungsmittel wie die Antibabypille.