Stuttgart, 22. April 2022. In Baden-Württemberg verhüten immer weniger junge Frauen mit der Antibabypille. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK). Demnach bekam im Jahr 2020 etwas mehr als ein Viertel (28 Prozent) der weiblichen 14- bis 19-jährigen TK-Versicherten im Land die Antibabypille verordnet. Fünf Jahre zuvor lag dieser Wert noch bei 38 Prozent.

Rückgang um 20 Prozent bei volljährigen Teenagerinnen

Einen besonders starken Rückgang um fast 20 Prozentpunkte verzeichnet die TK dabei in den Altersgruppen, die am häufigsten die Pille einnehmen: Bekamen im Jahr 2015 noch 64 Prozent der 18-jährigen TK-versicherten Frauen in Baden-Württemberg mindestens eine Pillenverordnung, so waren es 2020 nur noch 46 Prozent. Bei den 19-Jährigen zeigt sich eine ähnliche Veränderung - der Anteil mit einer Antibabypillenverordnung sank von 69 Prozent auf 50 Prozent.

Diskussion um Thrombosegefahr

"Weshalb die Verordnungen seit einigen Jahren kontinuierlich zurückgehen, können wir nur mutmaßen. Eine Erklärung könnte sein, dass hormonelle Verhütung in den sozialen Medien stärker thematisiert wird, vor allem seit Studien ein erhöhtes Thromboserisiko für bestimmte Präparate bestätigt haben", sagt Nadia Mussa, Leiterin TK-Landesvertretung Baden-Württemberg. Wichtig sei, dass die Anwenderinnen gut informiert gemeinsam mit ihrer Gynäkologin oder ihrem Gynäkologen offene Fragen und Risiken besprechen.

Auch weniger Schwangerschaften und Abbrüche

Veröffentlichungen des Statistischen Landesamts sprechen laut TK dafür, dass alternative Verhütungsmethoden angewendet werden. Die Zahl der Geburten bei Unter-Zwanzigjährigen lag mit 1.042 im Jahr 2020 deutlich unter dem Wert von 2015 als 1.480 Teenagergeburten gezählt wurden. Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche bei Minderjährigen schwankte in den letzten sieben Jahren zwischen 208 und 295 und erreichte im Jahr 2021 den bisher niedrigsten Wert.