Düsseldorf, 18. Oktober 2018. Nordrhein-westfälische Ärzte verordneten 2017 weniger Patienten mit einer Erkältung Antibiotika. Durchschnittlich 28,3 Prozent der Beschäftigten, die aufgrund einer Erkältung krankgeschrieben waren, haben eine Antibiotika-Verordnung erhalten. Die Verschreibungsquote ist damit seit 2014 von 37,8 Prozent um rund ein Drittel gesunken. Das geht aus aktuellen Daten des Gesundheitsreports der Techniker Krankenkasse (TK) hervor.

Über Bun­des­durch­schnitt

Auch bundesweit stellten Ärzte erkältungsbedingt im Schnitt weniger Verordnungen aus - der Anteil der Antibiotika-Rezepte liegt 2017 bei 24,4 Prozent. Den höchsten prozentualen Anteil an Verordnungen gab es im Saarland - hier lag die Rate bei 33,9 Prozent.

An­ti­bio­ti­ka bei Er­käl­tun­gen nicht immer sinnvoll

Barbara Steffens, TK-Chefin in Nordrhein-Westfalen (NRW): "Die Zahlen zeigen einen erfreulichen Trend. Das bestätigt, dass die Thematik sensibler gehandhabt wird. Das Ziel muss es sein, Antibiotika nur noch zu verschreiben, wenn es wirklich sinnvoll ist."

Antibiotika wirken gegen Bakterien. Bei Viren, die häufig auch Auslöser für eine Erkältung sind, helfen sie nicht. Ein hoher Einsatz der Medikamente begünstigt die Entwicklung multiresistenter Erreger (MRE). Die Resistenzen verbreiten sich weltweit und stellen ein Gesundheitsrisiko dar. Deshalb müssten die Antibiotika-Verordnungen besonders sorgfältig geprüft werden, so Steffens.

Hinweis für die Re­dak­tio­nen

Für den Gesundheitsreport 2018 hat die TK unter anderem die Arzneimittelverordnungen der rund 1.207.000 bei der Kasse versicherten nordrhein-westfälischen Erwerbspersonen ausgewertet. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I.