Düsseldorf, 9. Juni 2021. Immer weniger Patientinnen und Patienten in Nordrhein-Westfalen erhielten 2020 bei einer Erkältung ein Antibiotikum verschrieben. Nach einer aktuellen Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) bekam nur noch rund jede bzw. jeder siebte erwerbstätige Versicherte ein entsprechendes Rezept (16 Prozent). Vor zehn Jahren lag die Quote noch bei 37 Prozent. Im Corona-Jahr 2020 war der Rückgang im Vergleich zu 2019 besonders massiv - von 23 Prozent auf 16 Prozent. 

Neben der Einhaltung der Hygieneregeln, die für deutlich weniger Infektionen insgesamt gesorgt hätten, spiele es auch eine Rolle, dass weniger Versicherte überhaupt zur Ärztin oder zum Arzt gegangen seien, so Barbara Steffens, Leiterin der TK-Landesvertretung NRW. "Antibiotika wirken gegen Bakterien. Bei Viren, die häufig auch Auslöser für eine Erkältung sind, helfen sie nicht. Unnötige oder falsche Verordnungen erhöhen das Risiko von Antibiotikaresistenzen. Deshalb muss es unser gemeinsames Ziel sein, Antibiotika nur noch zu verschreiben, wenn es wirklich sinnvoll ist."

Hinweis für die Redaktion

Die Daten stammen aus dem Gesundheitsreport 2021 der TK, der am 23. Juni veröffentlicht wird. Für den Gesundheitsreport wurden unter anderem die  Arzneimittelverordnungen der mehr als 1,3 Millionen bei der TK-versicherten Erwerbspersonen in NRW ausgewertet. Dazu zählen neben den Erwerbstätigen auch die Empfängerinnen und Empfänger von Arbeitslosengeld I.